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Anwohnersorgen : Wird Ackerfläche Bauland?

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bewohner wollen Dorfcharakter erhalten. Viele aus dem Groß Kleiner Weg sind skeptisch. #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Ein Teil vom Areal zwischen dem Groß Kleiner Weg, der Doberaner Landstraße und dem Reiterhof Blohm steht scheinbar auf dem Prüfstand der Stadtplanung. Überall sucht die Hansestadt nach möglichen Flächen für Wohnbebauung. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) rechnet damit, dass die Bevölkerung in den kommenden Jahren auf 230 000 Bewohner anwächst.


„Wachstum um jeden Preis, das geht nicht“


Deshalb fürchten Anwohner wie Jörg Drenkhahn und Karsten Ziegler aus Diedrichshagen, dass auch das genannte Areal von Ackerflächen in Bauland umgewidmet werden könnte. „Die Ackerfläche wird derzeit landwirtschaftlich bewirtschaftet, dient auch als Windschneise und Rastplatz für Graugänse“, sagt Drenkhahn. Wie viele Anwohner wollen er, Ziegler und andere Nachbarn, dass der Dorfcharakter erhalten bleibt. Und der ist in Gefahr, gerade, wenn es dort eventuell eine mehrgeschossige Bebauung geben würde. Auch, wenn konkrete Pläne aus der Stadt nicht bekannt sind, brodelt dort die Gerüchteküche.

Die beiden Männer geben zu bedenken, dass es Gefahren birgt, wenn immer mehr Grünflächen versiegelt werden. Besonders, wenn es sich um wenigstens teilweise um ein Landschaftsschutzgebiet handelt. „Wachstum um jeden Preis, das geht nicht“, betont Ziegler. Ganz abgesehen davon, dass viele Warnemünder und Diedrichshäger Straßen schon unter dem vielen Verkehr leiden. „Unsere Verkehrsstruktur und die Ampelanlagen sind bereits überlastet, die Verkehrswege bewältigen schon momentan oft die Verkehre nicht mehr“, sagt Ziegler. Er ist als Geschäftsführer der Verkehrstechnikfirma VTP Projektmanagement ein Experte in diesen Fragen.

Auch im Stolteraer Weg stößt das Vorhaben auf wenig Gegenliebe. „Ich bin überhaupt nicht dafür“, betont ein Anwohner, der aus nachvollziehbaren Gründen nicht genannt werden will. Er meint, es kommt im Falle des Falles darauf an, wie viel der 25 Hektar großen Fläche verwendet werden würde und natürlich spielt die Art einer Bebauung eine entscheidende Rolle. Abgesehen davon gibt es auf der Fläche derzeit noch gültige Pachtverträge mit einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Dass in Küstennähe viele Wohnungen in Feriendomizile umgewandelt werden, ist bekannt. Selbst in der Umgebung gibt es das. Für alle ist das Dünenquartier ein Paradebeispiel: „Dort sind abends die meisten Fenster dunkel“, so Ziegler. Jetzt bleibt abzuwarten, welches Signal aus der Bürgerschaft dazu kommt.

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