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#wirkoennenrichtig lokal : Wildgeschmack mit Traditionen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gerd Peters und Frank Theile sind passionierte Jäger und wollen die Qualität des besonderen Fleisches auch anderen nahebringen

svz.de von
erstellt am 31.Mär.2017 | 15:00 Uhr

„Wir verarbeiten jeden Knochen, da bleibt bis auf die Schwarte nicht mehr viel übrig“, sagt Gerd Peters. Mit Geschäftspartner Frank Theile bringt das Duo in Rostock und der Region den Wildgeschmack vom Fasan bis zum Hirsch auf den Tisch.

Dafür haben die Jäger aus Groß Stove neben dem Verkauf von Frischfleisch sogar extra einen Partyservice gegründet. Hier ist so einiges auf der Speisekarte, was für Feinschmecker nicht alltäglich sein dürfte. Beide Wildprofis, so der Firmenname, haben bereits zu ihrer Kinderzeit auf dem Land gelebt und sind mit der Natur aufgewachsen. Ihre Väter waren schon passionierte Jäger. So wurden auch die Söhne irgendwann von der Jagd infiziert, zumal sie auch gerne ins Jagdhorn blasen und Gerd Peters der Leiter der bekannten Jagdhornbläsergruppe Warnowtal ist.


Nur Hase und Fasan aus anderen Revieren


Insbesondere die alten Jägertraditionen sind ihm wichtig. „Das Jagdhornblasen ist sozusagen der Ursprung des Handys bei der Jägerschaft, aber leider verstehen viele die Signale nicht mehr“, bedauert der 51-jährige Peters. Auch Theile vermisst alte Prioritäten: „Es wird heute zu oft aus Sicht des Trophäenkults geschossen und nicht aus Gründen der Wirtschaftlichkeit“, bedauert der 54-Jährige. Während Peters hauptberuflich gelernter Hausschlachter ist, verdiente Theile als Diplom-Agrar-Ingenieur in früheren Jahren seine Lorbeeren. Allerdings leben beide heute für und von der Jagd.

Das gemeinsame Unternehmen wurde nicht nur ins Visier genommen, sondern auch im Jahre 1990 als GbR gegründet. „Wir kennen die Qualitäten von Wildbret und genau diese wollten wir anbieten“, erklärt Theile die Geschäfts-Philosophie. Es folgten im Jahre 1992 drei Jagdgebiete in Bad Doberan und Güstrow, die gepachtet wurden. Später kam ein weiteres dazu. Nur Hase und Fasan werden beim Jagdaustausch aus anderen Revieren in Schleswig-Holstein geordert, damit sich die Bestände erholen. „Das Wild sollte in die Endstufe der Veredelung kommen und der Bedarf über die eigenen Reviere gedeckt werden“, beschreibt Theile die Idee zur Produktion, die viele Spezialitäten zu bieten hat.

Das weiß inzwischen auch die Gastronomie zu schätzen, denn die Wildprofis legen Wert auf Qualität. Natürlich sei Wild im Vergleich zu Fleisch aus der Massentierhaltung sehr teuer, aber dafür wäre die Qualität des Fleisches um ein Vielfaches höher, so Peters. Seitdem liefern die Wildprofis Keule, Rücken oder Blatt auf Bestellung, sind allerdings immer von der Jagdsaison abhängig.

Bei der Zubereitung aller Gerichte legt Küchenchef Peters besonderen Wert auf Regionalität und Frische. Die Vorbehandlung und Zubereitung der Speisen wird nach traditionellen Methoden durchgeführt und auch die Beilagen von der Krokette bis zum Dessert sind in dieser Küche Hausmacher-Art. Besonders beliebt sind die Bratwurst oder Wurstsorten vom Wildschwein, Pasteten und Sauerfleisch.

Selbstverständlich wird auch viel eingelagert, denn die Treibjagden sind bekanntlich von Mitte Oktober bis Mitte Januar. Der Zeitraum für den Verkauf von Wildfleisch von Oktober bis Dezember hat ebenfalls historische Wurzeln: „Früher hatten die Leute keinen Kühlschrank und mussten im Winter kühl einlagern“, erklärt Theile.

Im kleinen Firmenunternehmen sind die Rollen klar verteilt. Während sich Theile hauptsächlich der Jagd, Organisation und Logistik widmet, übernimmt Peters die komplette Verarbeitung von der Schlachtung bis zum fertigen Gericht. „Den Bürokram erledigen wir dann gemeinsam“, so Theile.

Visitenkarte: Das Unternehmen



Gerd Peters und Frank Theile gehen seit vielen Jahren selbst auf die Jagd und machten ihre Jägerleidenschaft gemeinsam zum selbstständigen Beruf. Seit 1990 liefern sie Wild zu jedem Anlass. Der eigene Partyservice bereitet die Wildgerichte auch fix und fertig zu. Die Angebotspalette reicht vom edlen Wildbretgericht, Spanferkel, Krustenbraten, exotische Fleischpfannen, Sauerfleisch, diverse Gemüse- und Salatvariationen bis zu leckeren Kanapees, kalten Platten und Wildwurstprodukten. Auch die Beilagen sind selbst hergestellt. Wildschwein am Spieß oder gefüllter Rehrücken auf Salat sind ebenfalls bei der Kundschaft sehr beliebt. Auch Frischfleisch kann erworben werden, sollte aber eine Woche vorher bestellt werden. Wildfond und Wildschweinspeck sind als Zutaten erhältlich. Besonders beliebt sind die selbst hergestellten Wurstsorten wie beispielsweise die Bratwurst oder Walnuss-Salami vom Wildschwein. Alle Gerichte gibt es heiß oder kalt ab einer Bestellmenge für fünf Personen. Auch Lamm und Gepflügel sind im Angebot. Die Preise der unterschiedlichen Angebote liegen zwischen 3,50 Euro für die Wildsuppe bis zu 32 Euro pro Kilo Hirschfilet. Speisekarte und Preislisten sind auf der Internetseite www.wildprofi.de erhältlich. Adresse: Fleisch-, Wildspezialitäten und Partyservice, Am Hopfenbruch 4, 18059 Papendorf/OT Groß Stove Telefon/Fax (0381) 400 29 19 Mobil: (0172) 301 94 06. E-Mail: kontakt@wildprofi.de

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