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Rostock : Wechsel an der Handwerksspitze

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gabriela Glävke-Münkwitz übernimmt die Kreishandwerkerschaft. Mitgliederakquise für die 22 Innungen und Belebung sind Aufgaben. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 01.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Ab heute ist Gabriela Glävke-Münkwitz, zuvor als Obermeisterin schon Vorstandsmitglied, die neue Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft. Ihr Vorgänger, Tobias Häfner, gibt nach zwei Jahren aus familiären Gründen seinen Posten ab. Zeit für einen Umschwung sehen beide seit Längerem und haben genau den vorbereitet.

„Wir haben zum Beispiel neue Geschäftsfelder aufgetan“, sagt Häfner – Webseitenverkauf oder auch Buchhaltungsservice auch für Nicht-Innungsmitglieder. Die Verbindung zu Handwerkern herzustellen, zu halten und zu vertiefen, ist die zentrale Aufgabe. In der Region Rostock und Bad Doberan gibt es 3500 Handwerksbetriebe mit 13 600 Beschäftigten und 1500 Auszubildenden. „Die vertreten wir als Kreishandwerkerschaft“, sagt Häfner. Alle sind, weil es pflichtig ist, bei der Handwerkskammer, aber nur 800 Betriebe in der Kreishandwerkerschaft mit ihren 22 Innungen. Es gibt nicht für jedes Gewerk eine Innung, erklärt Glävke-Münkwitz – etwa für die Instrumentenbauer oder Fliesenleger nicht, weil sie keine Meisterpflicht haben. Das relativiere die Zahl der Mitglieder. Aber dennoch ist die Zahl Häfner und der neuen Chefin zu gering. Innungen bieten Vorteile – jede spezielle, erklärt Häfner. Die Metallbauer müssen die Sozialkasse nicht zahlen, die Dachdecker in der Innung bekommen fünf Jahre Materialgarantie statt nur sechs Monate. Ansatz sei, den Nicht-Innungsmitgliedern den Mehrwert zu erklären, sagt Häfner. An die Metallbauer ist zum Beispiel ein Flyer gegangen, die Kreishandwerkerschaft optimiert ihre Webseite und mehr Öffentlichkeit soll auch mehr Interesse wecken. Regelmäßig organisiert die Körperschaft Seminare, Weiterbildungen, Mitgliederversammlungen. Innungen, das sind – „fachliche Zusammenschlüsse, Interessengemeinschaften, das ist die Pflege eines Berufsstandes und Erfahrungsaustausch“, sagt Glävke-Münkwitz. Seit dem Nachwuchsmangel seien die Innungen auch ein geeigneter Ort für Betriebe, sich zusammenzuschließen, um gemeinsam Aufträge zu stemmen, sagt Häfner.

Bei den Azubis gebe es wieder einen Aufschwung, etwa 60 statt 40 Nachwuchs-Elektriker, die sich für 2017 angemeldet haben. Die Image-Kampagne des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks habe dafür viel gebracht, sagt Glävke-Münkwitz. Die neue Linie will sie fortsetzen, „ein Bewusstsein zu schaffen, ein Wir-Gefühl“ – für das Handwerk.

Gabriela Glävke-Münkwitz (52) ist gebürtige Warnemünderin, in Rostock machte sie die Ausbildung zur Friseurin, hatte Betriebe in Rostock und Berlin und ist seit 24 Jahren selbstständige Handwerksmeisterin. 2009 machte sie ihren Betriebswirt, widmete sich seitdem verstärkt als freiberufliche Dozentin der Meisterausbildung. Tobias Häfner (39) stammt aus Berlin, war Unternehmensberater. Er lebt seit 2006 in Rostock, war bis 2015 selbstständig und leitete seit Mai 2015 die Kreishandwerkerschaft. Die nächste Etappe für ihn: Er übernimmt heute ein E-Learning-Unternehmen in Warnemünde.

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