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Rostock : Wasserfontäne: Wiro muss zahlen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bürgerschaft spricht nach Kritik aus Ortsbeirat und Bauausschuss Machtwort für Wohngebiet auf ehemaligem Marinegelände. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 10.Nov.2017 | 08:00 Uhr

Es bleibt dabei: Das Wohngebiet auf dem ehemaligen Marinegelände in Gehlsdorf erhält nun doch eine Wasserfontäne. Das hat die Bürgerschaft am Mittwoch mit der zweiten Änderung des Bebauungsplans beschlossen, der jetzt ausgelegt wird. Damit verhindert sie die neuesten Streichungspläne der Verwaltung. Diese hatte seit der Vorbereitung des Gebietes ab 1997 schon die vorgesehenen Grachten, einen Wasserlauf und einen Radweg geopfert. „Aus Ersparnisgründen“, so Kurt Massenthe (UFR), Vorsitzender des Ortsbeirates Gehlsdorf.

„Durch mehrere B-Planänderungen wurden nach und nach die Bebauung verdichtet, der Wasserlauf gestrichen und jetzt der Bau des Wasserbeckens abgelehnt“, kritisierte Massenthe im Vorfeld der Bürgerschaftssitzung. Das sei nicht hinnehmbar: „Der Ortsbeirat beanstandet die Umgangsweise mit Bürgern, die aufgrund dieser Versprechungen dort hingelockt wurden, teure Grundstücke erworben haben und jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollen.“

Noch vor zwei Jahren habe die Wiro bei der Vorstellung ihrer Pläne im Ortsbeirat Fontänen oder eine ähnliche Wasseranlage als Minimalvariante versprochen. Laut Beschluss der Bürgerschaft soll das kommunale Wohnungsunternehmen nun für Bau, Unterhalt und Betrieb der Fontäne zahlen. Das „ist im Erschließungsvertrag zu regeln“, heißt es im Beschlusstext. Die Bürgerschaft folgt damit der Empfehlung ihres Bauausschusses. Auch dessen Mitglieder hatten kritisiert, dass die Bewohner mit falschen Vorstellungen in das Gebiet gelockt worden seien. „Damals wurde hochwertiges Wohnen versprochen – vorne stehen die Autos, hinten die Boote“, so Erhard Sauter (SPD). Geblieben sei davon wenig.

„Das war eine Fehlplanung, bei der alle Häuser in die falsche Richtung gedreht und die Grundstücke zu groß geschnitten waren, um sie zu verkaufen“, erklärt SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider-Kastell. In seiner Funktion als Wiro-Aufsichtsratsvorsitzender warnte er davor, das Unternehmen zu der Fontäne zu verpflichten. Aus seiner Sicht sei dies rechtlich nicht zulässig. Die Wiro selbst reagiert zurückhaltend. „Wir warten das weitere Verfahren ab“, so Sprecher Carsten Klehn.

Die Fontäne ist Bestandteil eines Fußweges hinunter zur Warnow. In diesen werden mehrere Sitzgelegenheiten und Spielstationen integriert. Auf dem 45 Hektar großen Gelände saßen früher das Oberkommando der DDR-Seestreitkräfte sowie Teile der Deutschen Seereederei.

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