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Rostock : Warnemünde vom Verkehr entlasten

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Ortsteil Lichtenhagen wird für Jahre zur Großbaustelle. Planungen für neuen Radweg und eigene Busspur #wirkoennenrichtig

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erstellt am 24.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Sie warten seit Jahren auf Hilfe – und müssen es auch noch zwei weitere: Die Anwohner des Elmenhorster Wegs fordern schon lange eine Entlastung vom starken und schnellen Verkehr, weil Autos und Lkw ihre Straße als Abkürzung nutzen. Wie Bausenator Holger Matthäus (Grüne) jetzt erklärt, steht die als Voraussetzung dafür nötige Verlängerung der Mecklenburger Allee Richtung Elmenhorst ab 2019 auf dem Plan – für 2,4 Millionen Euro. Ursache für die Verzögerung sei, dass notwendige Flächenkäufe länger gedauert hätten als geplant.

Im Stadtteil Lichtenhagen ist aber noch mehr vorgesehen und alle Maßnahmen gehören laut Matthäus „zum weiträumigen Erschließungskonzept für das Seebad Warnemünde“. Sämtliche Planungen sollen dazu beitragen, Warnemünde als Rostocks touristisches Aushängeschild von Verkehrsspitzen, wie sie an Schönwettertagen und bei Großereignissen auftreten, zu entlasten, damit das Seebad ganzjährig attraktiv für Gäste und Einwohner bleibt.

Bereits im kommenden Jahr wirdder Radschnellweg von Lichtenhagen nach Warnemünde auf der Westseite zwischen Stadtautobahn und Entwässerungsgraben geplant. Die dafür notwendigen Kosten belaufen sich nach jetziger Schätzung auf 940 000 Euro. „Parallel besteht die Idee, auf der Ostseite der Stadtautobahn ab Lichtenhagen eine eigene Busspur zu bauen. Die Planungen sollen 2022 beginnen“, erklärt der Rostocker Bausenator.

Eine Durchbindung der Mecklenburger Allee direkt zur B 103 stünde ab 2025 auf der Agenda – mit vorgesehenen Kosten von 2,1 Millionen Euro. Spätestens in diesem Zusammenhang und mit der Verlegung der Kreuzung nach Norden müssten auch neue Parkplätze geschaffen und angebunden werden, die dann als Park&Ride dienen. Noch sei zwar nichts spruchreif, aber Matthäus hat dafür ein bisher unbefestigtes Grundstück zwischen der Stadtautobahn und der S-Bahn-Strecke in Lichtenhagen im Blick, das aber aktuell nicht genutzt werden kann, weil es keine Zu- beziehungsweise Abfahrten gibt.

Doch damit nicht genug: Ein Projekt der Rostocker Straßenbahn AG sieht auch eine neue Ringlinie von Warnemünde über Diedrichshagen nach Elmenhorst und Lichtenhagen und wieder nach Warnemünde vor – mit verengtem Takt und möglichst mit E-Bussen.

„Aktuell laufen die Planungen, die Fahrradstraße Groß Kleiner Weg von Lichtenhagen kommend bis zum Neuen Friedhof Warnemünde zu verlängern und dann als neuen Radweg bis zur Parkstraße zu führen“, benennt Matthäus das aktuellste der zahlreichen Vorhaben, die den Stadtteil für Jahre in eine Großbaustelle verwandeln, aber nach ihrer Realisierung bestehende Verkehrsprobleme lösen sollen.

Auch wenn der grobe Zeitplan steht: „Planungen und Investitionen können in den Prioritäten geändert werden und liegen mit in der Entscheidungshoheit der Bürgerschaft, sodass sich durchaus auch Beschleunigungen ergeben könnten“, versichert Matthäus.

Kommentar "Des einen Freud" von Claudia Labude-Gericke

Maßnahmen, die zur Entlastung von Warnemünde geplant sind, werden auf Jahre erst einmal zur Belastung für die Lichtenhäger. Ob an der Stadtautobahn oder mitten im Ortsteil – ab 2019 sollen die Bagger rollen. So steht es in entsprechenden städtischen Konzepten. Die Anwohner des Elmenhorster Wegs gehören zu denen, die das freut. Sie können kaum erwarten, dass die Mecklenburger Allee verlängert wird und ihre Straße nicht mehr als Abkürzung dient. Doch was auf dem Papier  funktioniert, muss nicht gleichermaßen in der Realität klappen. Denn Pendler suchen sich ihre (Schleich)Wege – und das sollen immer die kürzesten sein.
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