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HMT Rostock : Von der Pflicht und der Kür

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hannah Ott und Susanne Frieling finden ihr Traumstudium – Theaterpädagogik in Rostock #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2017 | 21:00 Uhr

„Ich brenne für das Theater“ – Susanne Frieling, Studentin der Hochschule für Musik und Theater, weiß, wieso sie den Masterstudiengang Theaterpädagogik gewählt hat. Sie und Hannah Ott haben das Studium ebenso wie sieben weitere Erstsemester aus Leidenschaft gewählt. Ihr erstes Semesterprojekt haben sie bereits abgeliefert – eine Performance mit dem Titel „Kontaktanzeige“. Hier konnten die Studenten das erste Mal beweisen, was sie in den vergangenen Monaten gelernt haben.

„Es war unsere Eigenkreation“, sagt Ott. Die Aufgabenstellung der Lehrer ließ viel Raum für Interpretation: Wir wollen etwas von euch erfahren. Heraus kam ein Stück, dessen einzige Requisite Stühle waren. „Wir haben furchtbar viel ausprobiert“, erzählt Frieling. Schließlich sei das Fazit gewesen, dass die Studenten den Prozess der Gruppenbildung und -findung auf der Bühne wiedergeben wollten, so Ott. „Die Stühle sind dabei ein tolles Medium, denn dort fängt es schon an: In unseren Stuhlkreisen zu Beginn jedes Treffens hatte jeder Student eine eigene Art zu sitzen.“

So unterschiedlich die Sitzarten, so verschieden sind auch die akademischen Vorbildungen der Studenten. Ott ist studierte Psychologin während Frieling zuvor Theaterwissenschaft lernte. Damit liegt sie von den Kommilitonen am dichtesten am Fach. „Wir haben Germanisten, Lehrer, sogar Maschinenbauer können dieses Studium wählen“, sagt sie. Grundvoraussetzung sei nur ein Bachelor – und die Leidenschaft für das Theater.

Dennoch bestehen Ott und Frieling darauf, dass Theaterpädagogik nicht mit dem traditionellen Schauspielstudium zu verwechseln sei. „Bei uns steht die Lehre im Vordergrund. Unser Aufgabenfeld reicht vom therapeutischen Arbeiten mit Kindern in Kliniken über Schauspielunterricht bis zur Erlebnistherapie für angespannte Manager in der freien Wirtschaft. „Wegen der Vielfalt werden uns verschiedene Grundlagen an die Hand gegeben“, erzählt Ott. „Wir lernen Dramaturgie, Pantomime, Schauspielmethodik, Bühnenbildaufbau und szenisches Schreiben.“ Gemeinsam werden die Stunden und dabei erarbeiteten Ergebnisse dann reflektiert und erörtert. „Das Schöne an dem Studium ist, dass es sehr praktisch ist. Wir können uns selbst ausprobieren“, sagt Ott.

Die beiden 24-Jährigen hat es auf unterschiedliche Arten an die Hochschule verschlagen. Frieling war schon immer begeisterte Künstlerin, spielte in der Schule in einer Gruppe mit und leitete in der Oberstufe selbst ein Stück. Schließlich wechselte sie ans Münchener Theater. „Ich habe dort mit einer Theaterpädagogin gearbeitet. Das war wegweisend“, sagt Frieling.

Ott hatte die Bühne seit ihrer Kindheit lange aus den Augen verloren. Erst während ihres Freiwilligendienstes habe sie die Freude am Spiel erneut entdeckt. „Meine Erfahrungen sammelte ich im Zirkus“, erzählt die junge Frau. Beide sind sich aber einig: Theaterpädagogin ist ihr Traumberuf.

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