Rostock : Vetternwirtschaft im Gestaltungsbeirat?

Bei einer früheren Sitzung des Gestaltungsbeirats: Klaus Petersen und Cordula Loidl-Reisch. CDU-Fraktionschef Daniel Peters wirft dem Gremium indirekt Vetternwirtschaft vor.
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Bei einer früheren Sitzung des Gestaltungsbeirats: Klaus Petersen und Cordula Loidl-Reisch. CDU-Fraktionschef Daniel Peters wirft dem Gremium indirekt Vetternwirtschaft vor.

CDU-Fraktionschef erhebt schwere Vorwürfe gegen das Gremium – es soll versucht haben, Architekten Aufträge zu verschaffen. Vorsitzender widerspricht #wirkoennenrichtig

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12. Januar 2018, 12:00 Uhr

Schadet der Planungs- und Gestaltungsbeirat der Hansestadt mehr, als dass er ihr nützt? Diesen Vorwurf stellt jetzt CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Peters in den Raum. Das Beratungsgremium war 2012 mit dem Ziel gegründet worden, bedeutungsvolle Bauvorhaben in Rostock kritisch zu betrachten. Doch nun soll es im Fall des von der Wiro geplanten Parkhauses am Küterbruch nicht nur Änderungsvorschläge gemacht, sondern auch gleich konkrete Architekturbüros benannt haben, welche die Änderungen realisieren könnten.

„Von den vorgeschlagenen Büros ist keines in Rostock ansässig. Auch Unternehmen außerhalb des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern sollen vorgeschlagen worden sein“, sagt Peters. Er fragt sich, wie es sein kann, dass ein für die Hansestadt tätiges Gremium privatwirtschaftliche Empfehlungen zur Erbringung von Planungsleistungen ausspricht. Vor allem, weil diese Vorgehensweise nicht Bestandteil der per Geschäftsordnung definierten Aufgaben des Beirates ist.

„Dessen sind wir uns bewusst, das steht uns selbstverständlich auch nicht zu“, weist Beiratsvorsitzender Klaus Petersen die Vorwürfe zurück. Bei der Diskussion um das geplante Parkhaus „haben wir lediglich gesagt, dass sich in diesem Fall lieber Büros gesucht werden sollen, die sich mit so einer Aufgabe auskennen – als gut gemeinter Rat, um die Dinge zu beschleunigen und nicht ein zweites Mal zu scheitern“, so der Architekt aus Lübeck. Immerhin seien die Bürgerbeschwerden über das Parkhaus auf der Holzhabinsel damals der Auslöser für die Gründung des Planungs- und Gestaltungsbeirates gewesen.

Das Gremium besteht aus fünf Mitgliedern – Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten. 2017 wurden auf den vier öffentlichen Sitzungen neben dem Parkhaus Küterbruch unter anderem auch der Terminalneubau in Warnemünde sowie die Freiflächenplanung Vögenstraße besprochen.

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