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Kultur : Verse erklingen unter Lyrik-Buche

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Jeden Mittwoch treffen sich Literaturbegeisterte unter der Leitung der TuK im Rhododendronpark und stellen Lieblingsgedichte vor. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 06.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Franz Kafka, Hans Fallada, Erich Kästner, Kurt Tucholsky – sie alle vereint nicht nur ihre schriftstellerische Tätigkeit, sondern auch ihre Verbindung zum Ostseeheilbad Graal-Müritz, in dem sie einige Zeit gelebt haben. Jeden Mittwoch von Mai bis September lässt die Tourismus- und Kur GmbH (TuK) dieses kulturelle Erbe wieder aufleben mit der kostenfreien Veranstaltung „Frei heraus! – Lyrikzeit im Park“. Dann treffen sich Literaturbegeisterte bei der Lyrik-Buche im Rhododendronpark, um Worte bekannter Dichter oder eigene Werke vorzutragen und zu lauschen. „Die Idee dafür stammt von Doris Rosengarten, die die Anregung erhielt, dass man doch etwas mit Literatur machen müsse, hier in Graal-Müritz, das so viele bekannte Dichter beherbergt hat. Und im Juni 2011 wurde die Lyrik-Buche eingeweiht“, weiß Andrea Conteduca von der TuK. Sie leitet abwechselnd mit Doris Rosengarten, Leiterin der Veranstaltungsorganisation bei der TuK, die literarische Stunde.

Auch gestern kamen wieder 25 Interessenten zusammen, um sich im Konzertpavillon – hier findet das Treffen bei schlechtem Wetter statt – den Versen von Eugen Roth, Rudolf Presber, Erich Kästner, Bjarne Mädel und Co. zu widmen. „Anfangs waren wir nur fünf, sechs Leute. Aber jetzt hat sich die Veranstaltung etabliert. Und es sind nicht nur Einheimische, die daran teilnehmen, sondern auch viele Gäste“, weiß Conteduca. Ohne Themenvorgabe können die Teilnehmer Gedichte vortragen, die ihnen am Herz liegen, sie bewegen oder zum Schmunzeln bringen und die sie mit anderen teilen möchten. „Es gibt aber auch Leute, die einfach nur zuhören“, erzählt die Tuk-Mitarbeiterin. Eine, die bereits seit Anfang an an der Lyrikzeit teilnimmt, ist Christa Bartel, die gestern ihr selbst gedichtetes Heimatlied auf Platt vortrug. Für Gertrud Luise Preuß ist der Mittwochstreff „eine Stunde des Gedankenaustausches. Man hört so viel Interessantes und bekommt auch viel zurück“, findet die Graal-Müritzerin, die dort die Gedichte ihres verstorbenen Sohnes vorträgt. „Der Reiz ist, dass jeder ungezwungen vorlesen kann und danach fröhlich nach Hause geht“, findet Lyriker Ulrich Grasnick, der ein bekanntes Gesicht in der Runde ist und das Gedicht auf dem Schild an der Lyrik-Buche beigetragen hat. „Die Veranstaltung soll ja dafür sein, dass die Leute Spaß haben und entspannen können“, so Conteduca. „Interessant ist, dass sehr verschiedene Werke vorgetragen werden. Außerdem hat man die Möglichkeit zu hören, was es Neues gibt“, meint Ulf Annel. Der Kabarettist der Erfurter Arche ist regelmäßig zu Gast in Graal-Müritz und bei den Runden.

Am Ende wird aus den Werken das Gedicht der Woche gekürt. Dieses Mal fiel die Wahl auf Christa Bartels „Heimatliebe“, ein Gedicht über MV. Dieses gibt es dann zum Mitnehmen an der Lyrik-Buche. „Das können sich die Besucher dann nehmen. Und das wird auch wahrgenommen. In letzter Zeit sind die Zettel immer relativ schnell vergriffen, so dass wir dann nachbasteln müssen“, verrät Andrea Conteduca.

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