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Demenz in Rostock : Verbände bieten Beratung

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Angehörige von Erkrankten finden bei Experten Hilfe im Umgang mit Familienmitgliedern #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2017 | 08:00 Uhr

Demenz ist auch in Rostock auf dem Vormarsch. Wie Betroffene und Angehörige mit der Erkrankung umgehen können, das lernen sie unter anderem in einem Kurs der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Landesverband MV, der heute in Reutershagen startet. Die Schulungsreihe trägt den Titel „Leben mit Demenz“. „Die acht Termine sollen einen generellen Überblick zu dem Thema geben“, sagt Janine Grundmann-De Simone vom Landesverband. Besprochen werden die verschiedenen Arten der Demenz, der Krankheitsverlauf, Fragen zum Thema Versicherung und Rechtsansprüchen – aber auch die Wohnungsanpassung durch Hilfsmittel oder die Kommunikation mit Erkrankten.

Vor allem Letzteres sei grundsätzlich wichtig. „Es hat keinen Sinn, sich mit einer Person, die an Demenz erkrankt ist, zu streiten. Das ist ein Kampf, den keiner gewinnen kann“, erläutert Sabine Schmidt von der Rostocker Alzheimer Gesellschaft. Stattdessen sei es wichtig zu lernen, den richtigen Ton zu treffen. So lasse sich zusätzliches Leid verhindern. Der Krankheitsverlauf ist langsam und wird oft auf altersbedingte Vergesslichkeit geschoben. Darum sollen die Schulungen helfen, die Anzeichen möglichst früh zu erkennen. Allerdings: „Häufig rufen bei uns auch Angehörige an, die denken, ihre Eltern würden dement werden, weil sie manchmal etwas vergessen. Oft ist es dann aber nur altersbedingte Schusseligkeit“, sagt Schmidt. Ob jemand tatsächlich erkrankt ist oder nicht, das könne nur ein Arzt feststellen.

Klar ist in jedem Fall: Demenz stellt nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Angehörigen vor schwierige Prüfungen. Denn das Verhalten der Erkrankten ändert sich mit fortschreitender Krankheit. Häufig reagieren sie verstört und verängstigt, können aber auch frustriert und wütend sein. Diese Verhaltensveränderungen verlangen Angehörigen häufig sehr viel ab, weshalb auch die Rostocker Alzheimer Gesellschaft Weiterbildungskurse für sie anbietet. „Wir sehen auf alle Fälle einen Anstieg an Aufklärungsbedarf“, sagt Schmidt. Die Schulungen vermitteln, wie mit Betroffenen umgegangen werden soll. „Wir stellen zum Beispiel Situationen nach und zeigen dann, wie der korrekte Umgang ist“, erklärt Schmidt. Zusätzlich bieten sie und zwei ehrenamtliche Kolleginnen aus der Pflege mobile Beratungen an. „In Fällen, in denen die Angehörigen schon betreuen, oder die Betroffenen körperlich eingeschränkt sind, können wir auch Hausbesuche machen.“

Des Weiteren unterstützen die Mitglieder der Gesellschaft die Angehörigen und Betroffenen beim Anfordern von Hilfeleistungen. „Wir helfen zum Beispiel beim Beantragen von Behindertenausweisen oder bei Amtsgängen“, so Schmidt. Allein in Deutschland wird die Zahl der an Demenz Erkrankten auf rund 1,5 Millionen Menschen geschätzt. Bis 2030 wird sich diese Zahl voraussichtlich verdoppeln, erklärt Schmidt.

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