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B105 : Umleitungschaos in Häschendorf

vom
Aus der Onlineredaktion

Sperrung der B 105: Viele Autofahrer nutzen statt der ausgeschilderten Umgehung Schleichwege und missachten Durchfahrtsverbot

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Mit dem Baubeginn auf der B 105 zwischen Häschendorf und Rövershagen und der damit verbundenen Sperrung ist es schon losgegangen, erzählt Anwohner Dieter Wilken. Zahlreiche Autofahrer nutzen die kleine Straße durch Häschendorf als Abkürzung, anstatt die ausgewiesene Umleitung über die Bäderstraße zu nutzen und sorgen so für ein regelrechtes Umleitungschaos. Denn eigentlich ist die einspurige Straße durch den Ort seitdem Einbahnstraße, nur aus Richtung Mönchhagen kommend befahrbar. Aber: „Viele halten sich einfach nicht daran. Es sind Einheimische wie Urlauber, die trotzdem hier entlangfahren“, erzählt Jutta Wilken. Vor allem während des Berufsverkehrs würden sich ganze Autoschlangen auf der schmalen Straße aneinander vorbeidrängen.

Das Problem ist auch bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Rostock und der Polizei bekannt. Sie mahnen die Autofahrer, der ausgewiesenen Umleitung statt Navi und Schleichwegen zu folgen – und sich an das Durchfahrtverbot zu halten. „Viele Autofahrer, die aus Bentwisch kommen, stehen plötzlich vor der Absperrung und müssten eigentlich umdrehen. Aber sie fahren dann entgegen der Fahrtrichtung trotzdem in die Einbahnstraße ein“, schildert Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow, die Situation. „Es ist tatsächlich nur theoretisch eine Einbahnstraße“, bestätigt der Häschendorfer Dieter Wilken. „Sobald die Polizei da ist, drehen sie um. Aber danach geht es weiter“, so der 68-Jährige. „Beamte des Polizeireviers Sanitz waren vor Ort und haben versucht, mit den Autofahrern ins Gespräch zu kommen. Aber die Einsichtigkeit einiger tendiert gen Null“, so der Polizeisprecher. Selbst Straßenschilder würden einfach umgelegt, was die Situation vor Ort noch verschärfe.

Um jetzt zu ihrem Grundstück zu gelangen – dieses liegt etwa 150 Meter vom Ende der Einbahnstraße entfernt – müssen die Wilkens einen Umweg von 10 bis 15 Kilometern in Kauf nehmen – wenn sie Schleichwege benutzen. Aber davon rät der Landkreis ab. „Eine Umleitung ist aus Richtung Rostock und Stralsund kommend für beide Richtungen deutlich ausgeschildert. Sie führt über Rostock-Dierkow, die L 22 nach Rövershagen und umgekehrt. Fahrzeugführer müssen dieser Umleitung folgen, um die Baustelle sicher zu umfahren. Das sture Befolgen von Angaben des Navigationsgeräts, die Kenntnis von sonst üblichen Schleichwegen und die Missachtung von Verkehrszeichen führen in diesem Bereich nicht zum Ziel, sondern in Gefahr“, teilt die Pressestelle des Landkreises mit. Laut Gert Frahm hat die Polizei vor Ort die Beschilderung überprüft. „Die ist in Ordnung. Die Strecke ist sogar über das Normale hinaus beschildert“, so der Polizeisprecher.

Trotzdem würden bei Wilkens immer wieder Autofahrer nach dem Weg fragen. Das Paar hofft, dass sich die Situation mit Ferienbeginn nicht noch verschlimmert. „Viele halten sich auch nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30, sondern fahren schneller“, sagt Jutta Wilken. „Kleine Kinder kann man nicht mehr auf die Straße lassen.“ Und Ehemann Dieter fügt an: „Das Problem ist ja auch: Wenn die B 105 wieder schön ist, sind hier nachher die Bankette der Straße kaputt.“

Mitte November sollen die Bauarbeiten zur Erneuerung der Fahrbahndecke übrigens beendet sein.

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