Stadtplanung : Theater und Weihnachtsmarkt – kann Rostock beides haben?

RGS plant für Theater und Weihnachtsmarkt am Bussebart. Neubau-Wettbewerb wird ausgeschrieben #wirkoennenrichtig.

svz.de von
23. Mai 2017, 06:00 Uhr

Weihnachtsmarkt am Bussebart trotz Theater – geht das? An dieser Frage arbeitet die Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS). Sie entwirft ein so genanntes Quartierblatt und ist optimistisch, dass Rostock beides haben kann.

Erster Schritt: Die Theatergrundfläche muss schrumpfen – von anvisierten 7000 auf rund 4000 Quadratmeter. Sonst könne der Markt dort nicht mehr stattfinden, sagt RGS-Chefin Sigrid Hecht. Aber: „Wir haben den Vorteil an diesem Standort, dass wir in die Höhe gehen können.“ Die kleinere Grundfläche müsste ausreichen, erklärt ein beratendes und auf Theater spezialisiertes Architekturbüro aus Frankfurt am Main.

Mitglieder des Kulturausschusses, wie Dr. Corinna Lüthje (SPD), fürchten dennoch Konflikte – gegenseitige Störung, wenn große Fahrgeschäfte und Theaterbetrieb aufeinandertreffen. „Das ist ein Thema der Architektur, wo mache ich den Eingang hin“, sagt Hecht. Das Theater werde bevorzugt, sei Primärnutzung, versichert RGS-Stadtplanerin Odett Freiberg. Aber auch seitens des Theaters sei das bisher kein Problem.

4000 Quadratmeter Grundfläche bekommt das Theater plus Wirtschaftshof und Vorplatz.  Grafik: RGS
4000 Quadratmeter Grundfläche bekommt das Theater plus Wirtschaftshof und Vorplatz. Grafik: RGS

Anders die Finanzen: Nach Landesvorgabe darf die Bühne maximal 50 Millionen Euro kosten. Das passe aber nicht zu dem, was das Theater brauche. Die RGS rechnet nun zurück. „Ein Bericht, was rausfallen müsste, ist in Arbeit“, sagt Hecht. Diese Untersuchung werde Argumente für die Debatte um die Ausgaben liefern, meint sie. Relativ unabhängig von Kosten werde Rostock an einigen Werkstätten am Gerberbruch festhalten. Denn nicht alle Arbeiten – etwa Schweißen – seien mit dem Betrieb verträglich und könnten mit umziehen. „Kleinigkeiten, die jeden Tag abgefordert werden, sollten aber vor Ort sein“, sagt Hecht. „Ich habe mitgenommen, dass die Funktion an erster Stelle steht und wir über die Kosten noch mal reden müssen“, kommentierte Kulturausschussvorsitzender Henning Wüstemann (Grüne).

Klarer ist die Umfeldgestaltung, das Quartierblatt, an dem Odett Freiberg arbeitet: Die Sicht auf den Stadthafen soll erhalten bleiben, wie auch die Idee des Grünen Tores, obgleich Letzteres dem Theater untergeordnet würde. Eine Zufahrt soll über die Straße am Kanonsberg erschlossen werden. Wann der neue Bussebart Realität wird? „Es ist sehr entscheidend, was wir in den nächsten zwölf Monaten machen“, sagt Hecht. Erst mal müsse das Quartierblatt beschlossen, der Wettbewerb für das Theater ausgeschrieben werden, der dauere neun Monate. Wichtig sei Klarheit in der Bürgerschaft. Die Bauzeit für das Theater werde bei 3,5 bis 4 Jahren liegen. Neben dem Theater beplant die RGS auch zwei weitere Flächen in der Nähe. „Ich persönlich finde, dass eine von beiden ein Parkhaus werden sollte“, sagt Hecht. Schließlich solle der Stadthafen umgestaltet werden und der Parkplatz dort dann wahrscheinlich entfallen.

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