zur Navigation springen

Rostock : Theater-Neubau in Dierkow?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kosten explodieren auf 103 Millionen Euro. OB macht Standortfrage neu auf #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 21.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Ist dies das Aus für den Theaterneubau? Einer neuen Studie zufolge müsste Rostock fast 103 Millionen Euro allein an Bau- und Planungskosten investieren, wenn am Ende ein funktionierendes Mehrspartentheater stehen soll. Damit übersteigen die realen Kosten das bisher zwischen Stadt und Land vereinbarte Volumen von 50 Millionen Euro um mehr als das Doppelte. Architekturleistungen und Ausstattung der Bühne sind dabei noch nicht eingerechnet. Der Studie zufolge würde sogar ein reines Gastspielhaus ohne eigenes Ensemble mindestens 57 Millionen Euro kosten.

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hält in einer ersten Reaktion dennoch am Projekt fest. Er sagt: „Ein solches Investitionsvolumen halte ich für gerechtfertigt, wenn wir gemeinsam mit dem Land das Ziel als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2025 offensiv angehen.“ Dafür sei aber eine enge Verzahnung mit anderen Großprojekten wie der Bundesgartenschau oder dem Archäologischen Landesmuseum notwendig. Außerdem macht Methling die Standortfrage neu auf: „Mit dem Paukenschlag eines neuen Theaters am Wasser würden wir im ganzen Ostseeraum wahrgenommen werden. Und das ist für mich auf der Dierkower Seite.“ Am Ostufer des Stadthafens würde die Bühne bei jedem Spaziergang entlang der Flaniermeile ins Auge stechen, so der Rathauschef. „Damit würden wir das Theater und die kulturpolitischen Ambitionen in den Mittelpunkt unserer Stadtgesellschaft stellen.“

Methling macht aber auch deutlich: „Wir würden damit die Erträge des Stadthaushalts von zusammen etwa fünf Jahren verbrauchen.“ Daher sollten seiner Meinung nach die Einwohner unbedingt in die Entscheidung einbezogen werden. „Denn das Geld kann nur einmal ausgegeben werden und steht dann für andere Aufgaben nicht mehr zur Verfügung.“

Erstellt wurde die Studie von den Theaterplanern HGP Architekten Leben Kilian aus Frankfurt/Main sowie den Fachplanern Rainer Münz für Theaterorganisation, Skena Planungsgesellschaft aus Heidelberg für Theatertechnik und dem Ingenieur-Büro Mürlepartner aus Pforzheim für Haustechnik.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen