#wirkoennenrichtig heimat : Technik auf dem Vormarsch

Die ungarische Lok 424204 am 19. Dezember 1948 am Rostock Hauptbahnhof.
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Die ungarische Lok 424204 am 19. Dezember 1948 am Rostock Hauptbahnhof.

Bei der Eisenbahn haben heute Reise-Center die Empfangshäuser abgelöst

svz.de von
02. Mai 2017, 15:00 Uhr

Nachdem wir die Entwicklung und Bedeutung der Empfangsgebäude im Raum Rostock dargelegt haben, soll zum Abschluss die Geschichte dieser Gebäude noch einmal zusammengefasst werden. Es ist zunächst festzustellen: Die Eisenbahn besteht nicht nur aus Lokomotiven, Wagen und Schienen. Vielmehr schließt sich eine ganze Reihe von Gebäuden an, wobei den Empfangsgebäuden eine besondere Rolle zukommt. Sie verbinden die Reisenden mit der Eisenbahn.

Am Beginn des Eisenbahnzeitalters waren sie einfache Häuser oder Teil der Dienstgebäude auf den Bahnhöfen. Da die Eisenbahn schnell an Bedeutung für den Personenverkehr gewann, waren auch die Bahnhöfe Eckpunkte dieser Entwicklung. In der Zeit von 1880 bis 1910 entstanden in den Großstädten wahre Paläste. Nehmen wir Berlin Anhalter Bahnhof oder Frankfurt am Main. Sie hinterließen Eindruck bei den Reisenden. In Mecklenburg-Vorpommern kann man gleiches leider nur vom Bahnhof Schwerin und etwas später im Kleinen vom Bahnhof Warnemünde behaupten. Andere Bahnhöfe wurden eher funktionsbestimmt und zweckmäßig gestaltet.

Für die Versorgung der Reisenden im Zug wurde 1916 die Mitropa als Gesellschaft gegründet. Sie übernahm die Verpflegung der Mitfahrenden in den Speisewagen oder bei Nachtfahrten. Die Institution hat heute die Deutsche Bahn übernommen.

Durch den Zweiten Weltkrieg wurden auch die wichtigsten Bahnhöfe in Deutschland zerstört oder stark beschädigt. Hier musste nach 1945 vollkommen neu angefangen werden. Durch die Entwicklung der Technik konnten fast alle Bahnhöfe auf dem Lande und in Kleinstädten bis auf den Warteraum geschlossen werden, sodass es hier keine Empfangsgebäude mehr gab. In den Großstädten ging die Entwicklung hin zu Reise-Centern der DB, die diese Verbindung zwischen Bahn und Reisenden herstellen. Zum anderen kamen die Geschäfte oder ganze Ladenstraßen dazu, die über Bäcker, Cafés und dergleichen verfügten, die Nutzungsverträge mit der Bahn geschlossen haben. Bahnhöfe wie Berlin Hauptbahnhof oder Leipzig Hauptbahnhof gleichen regelrechten Einkaufspassagen. In Mecklenburg sind diese Ansätze erst zaghaft vorhanden. Auch der Umbau des Rostocker Hauptbahnhofes hat das Empfangsgebäude in den Hintergrund treten lassen.

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