zur Navigation springen

Rostock : Südstadt hofft auf Straßensperre

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Amt sagt neuen Anlauf zur Abbindung der Schwaaner Landstraße zu. Anwohner und Ortsbeirat fürchten Südtangente und Groß Biestow. #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 04.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Das Amt für Verkehrsanlagen startet einen neuen Versuch zur Sperrung der Schwaaner Landstraße auf Höhe des Reiterhofs. Das hat Amtsleiter Heiko Tiburtius auf der Sitzung des Ortsbeirats Südstadt am Donnerstag zugesagt. Er will Gespräche mit Sildemow und Papendorf aufnehmen, schränkt aber ein: „Wir müssen kein Verfahren starten, wenn die Nachbargemeinde noch immer die gleiche Haltung hat.“ Sildemow hatte gegen die bereits vor Jahren geplante Sperrung geklagt, weil es von Rostock und dem Verkehrsministerium nicht eingebunden worden war. Mit Erfolg: Das Verwaltungsgericht Schwerin gab den Klägern 2012 recht, die Schwaaner Landstraße blieb für alle befahrbar.

Leidtragende sind Anwohner wie Manfred Lehner. Er ist seit 1994 Mitglied einer Bürgerinitiative und sagt: „Wir wollen auch unsere Ruhe haben.“ Jahrelang sei die Schwaaner Landstraße eine beschauliche Anliegerstraße gewesen – bis das Wohngebiet weiterentwickelt und ein elektronischer Poller 2008 entfernt wurde. Im zugehörigen B-Plan „steht ganz klar drin, dass die Schwaaner Landstraße abzukoppeln ist“, sagt Horst Patzwahl (Linke) vom Ortsbeirat. „So kann man doch nicht mit den Bürgern umgehen.“

Das kritisiert auch sein Kollege Fred Mrotzek (CDU). Zuerst seien die Leute mit dem Versprechen der Straßensperrung angelockt worden, hätten viel Geld in ihre Häuser investiert „und dann hat es sich komplett verändert. Am Tag ballern da 1820 Fahrzeuge lang“. Diese Zahl hatte eine viertägige Verkehrszählung der Verwaltung im Oktober auf Höhe der Einmündung Zur Mooskuhle ergeben. Am Ortsausgang waren es 744 Fahrzeuge pro Tag, so Mike Wiedow vom Amt für Verkehrsanlagen.

Sildemow hatte die Sperre auf Höhe des Reiterhofs 2012 erfolgreich beklagt.
Sildemow hatte die Sperre auf Höhe des Reiterhofs 2012 erfolgreich beklagt. Foto: Stepmap, 123map, OpenStreetMap, ODbL 1.0
 

Ortsbeiratsmitglieder und Anwohner fürchten, dass diese Zahl extrem steigen könnte, wenn Groß Biestow und die Südtangente zwischen Tessiner Straße und Südring kommen sollten. „Die brauchen uns doch als Einfallstor, wir sind jetzt schon die Entlastung der Nobelstraße“, klagt eine Anwohnerin. Auch jede Menge Busse und Lkw von Nordex würden die Strecke nutzen. Ihnen das zu verbieten, sei rechtlich nicht zulässig, erklärt Amtsleiter Tiburtius.

Sein Amt will noch in diesem Jahr die Sanierung des 145 Meter langen Abschnitts zwischen Dorothea-Erxleben-Straße und Ortsschild anpacken. Neben einer neuen Fahrbahndecke sind auch zwei Plateauaufpflasterungen, ein Gehweg und Entwässerungseinrichtungen vorgesehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen