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Universität Rostock : Studiengang Ur- und Frühgeschichte feiert Comeback

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Seit Beginn des Wintersemesters studieren wieder 16 Nachwuchswissenschaftler an der Hochschule #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 14.Nov.2017 | 12:00 Uhr

20 Jahre ist es her, dass die Universität Rostock den Studiengang Ur- und Frühgeschichte schließen musste. Nun wird er neu zum Leben erweckt. Anfang Oktober nahmen 16 Studenten ihr Bachelorstudium der Ur- und Frühgeschichte auf. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden sie in der Geschichte und der Archäologie der norddeutschen Region und des Ostseeraums ausgebildet.

„Geschichtlich beginnen wir ungefähr mit dem Zeitraum nach der letzten Eiszeit und um die Entstehung der Ostsee herum“, erklärt Lehrstuhlinhaber Professor Hans-Jörg Karlsen. Im Vordergrund der Forschung und der Lehre stehen siedlungs- und landschaftsarchäologische Blickpunkte. „Die Studenten werden bereits im zweiten Semester in den praktischen Teil des Studiums eingeführt. Das heißt, sie werden erste Lehrgrabungen durchführen“, erklärt Karlsen. Die Praxis in Form von Forschungsprojekten und Feldforschung spielt bei der studentischen Ausbildung eine große Rolle. „Der Lehrstuhl verfügt über eine gute technische Ausrüstung. Den Studenten steht unter anderem ein Geomagnetic-Array für Prospektionen zur Verfügung. Damit werden archäologische Stätten erkundet und erfasst“, berichtet Karlsen. Nach geeigneten Grabungsplätzen wird derzeit noch gesucht, doch laut Karlsen werden sich diese in Mecklenburg-Vorpommern befinden.

Nach der Schließung der Ur- und Frühgeschichte an der Universität Greifswald setzte sich der damalige Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) für eine Neueröffnung in Rostock ein. „Ich finde, das Land MV braucht eine universitäre Forschungseinrichtung, da hier viele Grabungen getätigt werden. Wenn dann noch in einigen Jahren das Archäologische Landesmuseum in Rostock entsteht, so wären die besten Bedingungen für einen derartigen Studiengang geschaffen“, so Karlsen.

Neben der engen Verbindung der Universität zu Museen und dem frühgeschichtlichen Schwerpunkt als Alleinstellungsmerkmal bietet die Hansestadt die Möglichkeit der Unterwasserarchäologie. Ein Anreiz, der auch die Berlinerin Felicitas Ehnig nach Rostock geführt hat. „Ich studiere in Rostock, weil der Schwerpunkt auf der Geschichte im baltischen Raum und dem nachchristlichen Jahrtausend liegt. Das interessiert mich sehr“, sagt die 20-Jährige. Kommilitonin Sarah Jäger aus Thüringen kam eher zufällig zum Studiengang. „Ich wollte etwas mit Geschichte studieren, aber hatte noch keine genaue Vorstellungen. Dann war ich im April beim Tag der offenen Tür in Rostock und bin über den Stand der Ur- und Frühgeschichte gestolpert“, erzählt sie. Die 20-Jährige entschied sich für einen Umzug mit ihrem Freund nach Rostock.

Zu Beginn des Semesters ist noch nicht viel passiert. „Wir haben erst mal viel Organisatorisches besprochen und über den Aufbau des Studiums erfahren. Ich freue mich schon sehr auf die kommende Zeit, denn alles klingt unwahrscheinlich spannend“, sagt Sarah.

Der Lehrstuhl mit Büroräumen und einem Seminarraum befindet sich im Obergeschoss am Neuen Markt 3 über der Post. „Eigentlich sollten wir ins Unihauptgebäude, doch durch einen Wasserschaden mussten wir kurzfristig umdisponieren“, berichtet Hans-Jörg Karlsen. In der Südstadt befinden sich Bearbeitungs- und Aufbewahrungsräume, in denen Funde gewaschen und zwischengelagert werden. Neben Karlsen sind noch Marcel Bradtmöller, Daniel Winger und Professor Hauke Jöns am Lehrstuhl tätig.

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