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Einweihung : Strahlenschutz für kleine Patienten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Universitätsmedizin nimmt neues Röntgengerät in der Kinderklinik in Betrieb. Belastung für Ärzte und Erkrankte auf ein Drittel gesunken. #wirkoennenrichtig

Ein neues hochmodernes Röntgengerät für Kinder, Neugeborene und Jugendliche haben Radiologen und Chirurgen der Rostocker Universitätsmedizin gestern in Betrieb genommen. „Wir bekommen wesentlich höherwertige Aufnahmen und – was entscheidend ist – die Strahlendosis konnte auf bis zu ein Drittel gesenkt werden“, sagt Chef-Radiologe Prof. Karlheinz Hauenstein.

Zwar hätten die Geräte der Unimedizin die vorgeschriebenen Höchstwerte immer unterschritten, jedoch sei die ionisierende Röntgenstrahlung gerade für junge Patienten gefährlich, da sich diese noch im Wachstum befinden und in nahezu allen Körperteilen das besonders anfällige blutbildende Knochenmark vorhanden sei, so Hauenstein. So versuchen die Mediziner besonders Heranwachsende so selten wie möglich der gefährlichen Strahlung auszusetzen, in einigen Fällen sei dies jedoch unumgänglich. „Vor allem in der Traumatologie ist es oft notwendig zu röntgen, um beispielsweise Knochenfrakturen oder Verletzungen der Lunge zu untersuchen und deren Heilung in der Nachsorge zu verfolgen“, erklärt Kinderchirurg Dr. Ulf Prüter.

Bis zu 4000 Röntgenaufnahmen machen die Mitarbeiter der Uniklinik pro Jahr. Dabei untersuchen sie kleinste Säuglinge mit einem Gewicht von gerade einmal 500 Gramm bis hin zu Jugendlichen, die 150 Kilogramm auf die Waage bringen, so Radiologin Dr. Christina Hauenstein. Mithilfe mobiler Detektoren werden die Bilder direkt auf einen Monitor übertragen und nachbearbeitet. „Wir konnten letzte Woche bereits die ersten Bilder sehen und ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt“, sagt die Radiologin. Und die neue Technik ist universell einsetzbar.

Auf den tragbaren, mobilen Detektoren können gut Hundert Röntgen-Aufnahmen gespeichert werden, die die Ärzte auf die Stationen mitnehmen können. Die Vorteile der neuen Anschaffung sehen die Ärzte aber vor allem aufseiten der Patienten. „Die Geräte lassen sich jetzt bis auf den Boden hinab fahren, das heißt, niemand muss die Kinder mehr hochheben oder diese auf einem Tritt verharren. Das Ganze ist also auch wesentlich sicherer“, erklärt Chef-Radiologe Hauenstein.

Gleichzeitig mit der Installation in der Kinderklinik seien auch das Zentrum für Nervenheilkunde in Gehlsdorf sowie Orthopädie, Chirurgie und Innere Medizin mit der neuesten Technik ausgestattet worden. Die Röntgentechnik auf dem gesamten Campus habe 440 000 Euro gekostet, informiert Klinik-Sprecherin Kerstin Beckmann. Die Anschaffung wurde mittels Fördergeldern der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) möglich, die das Bildungsministerium an die Unimedizin ausgeschüttet hat.

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