Musik in Rostock : Stolz auf alle ihre Schüler

Schon mit zwölf Jahren wusste Karsta Koch, dass sie Musikschullehrerin werden wollte.
Schon mit zwölf Jahren wusste Karsta Koch, dass sie Musikschullehrerin werden wollte.

Karsta Koch ist seit 30 Jahren Lehrerin für Geige am Konservatorium und liebt ihren Beruf. #wirkoennenrichtig

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28. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Karsta Koch ist bescheiden. Wenn ihr Chef Edgar Sheridan-Braun von ihren Verdiensten berichtet, relativiert sie eher, als dass sie vorbehaltlos zustimmen würde. Dabei gibt es viel, was ein Loblied auf die Musikschullehrerin rechtfertigt. Seit 30 Jahren arbeitet sie bereits am Konservatorium Rudolf Wagner-Régeny und hat in dieser Zeit einiges bewegt, junge Talente auf den Weg gebracht und die Freude an der Musik gemehrt.

„Es sind die Lehrer, die die Qualität des Konservatoriums bestimmen“, sagt Sheridan-Braun. Darum ist es ihm auch wichtig, sie zu würdigen. „Man braucht an einer Musikschule Lehrerpersönlichkeiten, die selbstständig denken und Anstöße geben“, so der Konservatoriumsdirektor. Und Karsta Koch gehöre genau zu diesen Personen, die Menschen zusammenführen und Ideen verwirklichen.

Von 2006 bis 2012 leitete Karsta Koch beispielsweise das Projekt der Streicherklassen an der Don-Bosco-Schule. Gehört hatte sie von diesem Lehransatz bei einer Fortbildung. „Mir hat der Gedanke gefallen, dass vormittags direkt in den Schulen unterrichtet wird“, erzählt Koch. Zusammen mit ihrem Kollegen, dem Cello-Lehrer Andreas Lindner, ging sie also in die Klassen. „Das Schöne ist, dass die Schüler gemeinsam die ersten kniffligen Schritte gehen. Sie entwickeln schnell ein Gefühl für Rhythmus, weil sie von Anfang an aufeinander hören müssen“, berichtet die Musikschullehrerin. Dabei gerät sie richtig ins Schwärmen. Für Karsta Koch stand früh fest, dass sie an einer Musikschule unterrichten möchte. „Das wusste ich schon mit zwölf Jahren“, sagt sie. „Bei uns zu Hause gab es immer Musik, ich lernte Klavier und später zusätzlich Geige, meine Lehrer waren fantastisch.“

Sie spielte auch in verschiedenen Ensembles – aber das Unterrichten lag ihr einfach mehr. So stand die Entscheidung bald fest. Koch studierte an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin und kam 1986 ans Rostocker Konservatorium. „Mein Mann fing an, in Rostock zu studieren, darum passte es gut. Er ist Ingenieur, aber auch sehr musikalisch.“ Kein Wunder, dass ihr Sohn Anton Berufsmusiker geworden ist. Der jüngere Bernhard hat nach Klavier-, Schlagzeug- und Gesangsunterricht mit der Hörakustik zumindest einen dem Ohr zugewandten Beruf gewählt.

Karsta Koch ist stolz auf ihre Schüler. „Auf wirklich alle, Hauptsache sie bleiben dabei.“ Zu vielen hat sie auch nach dem Ende der Schule noch Kontakt. „Gerade neulich stand eine ehemalige Schülerin in der Tür und hatte ihr eigenes Kind auf dem Arm. Das war ein schöner Moment“, erzählt Koch. Schließlich begleitet sie ihre Schüler über einen langen Zeitraum ihrer Jugend. Im Unterricht kommen dann natürlich auch mal persönliche Dinge zur Sprache. „Ich merke, wenn sie etwas bedrückt.“ Ein bisschen sei sie als Musikschullehrerin eben auch Seelsorgerin.

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