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#wirkoennenrichtig : Stimmgewaltige Musiker

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Seniorenchor der Volkssolidarität überzeugt mit Gemeinschaft, Solisten und seinem Dirigenten

„Möchten Sie mitsingen im Chor?“, werde ich am Eingang des Begegnungszentrums in der Bremer Straße 24 gefragt. Möchten? Gerne, aber können? Der Seniorenchor mit seinen 54 Mitgliedern, davon neun Männern, hat immerhin einen besonderen Ruf unter den Rostocker Chören. Seit 36 Jahren besteht er und hat sich durch sein umfangreiches Repertoire und die künstlerische Qualität des Gesangs einen Namen gemacht. Es war mein Wunsch, eine Chorprobe besuchen zu dürfen, um die Sänger bei ihrer Arbeit zu erleben. Und natürlich wollte ich ihren Gründer und Dirigenten, den fast 81-jährigen Karl Kringel, kennenlernen.

Mein Respekt ist groß und ich fühle mich als musikalische Dilettantin, als ich den frischen Gesang höre und die Tür zum Probenraum öffne. Dirigierend und lächelnd werde ich begrüßt und zu einem Platz geleitet, während der Chor „Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün“ singt. Zu Ehren einer Geburtstags-Sängerin erklingt das Frühlingslied nach Noten von Wolfgang Amadeus Mozart. Die vierte Strophe ist beendet, als ich hinter mir eine klare Sopranstimme höre: „Ach wenn’s doch erst gelinder und grüner draußen wär…“ Alle acht Textzeilen der fünften Strophe singt die 94-jährige Elfriede Melle als Solistin und verursacht bei mir Gänsehaut.

Doch dann beginnt der Probenalltag: Lockerungs-, Atem- und Stimmübungen folgen aufeinander, das akzentuierte Singen von Vokalen und Zischlauten wird geübt, wobei Karl Kringel durch launige Sprüche dafür sorgt, dass Disziplin und Konzentration herrschen. Dann wird ein neues Lied durch die stellvertretende Chorleiterin Heide Berg einstudiert. „Unsere kleine Nachtmusik“ soll fröhlich-scherzend gesungen werden. „Seht und hört, heut machen wir Musik“ beginnt das Lied, dessen Melodie sofort an die Serenade Nr. 13 für Streicher von Wolfgang Amadeus Mozart denken lässt, die „Kleine Nachtmusik“. Die Sopranstimmen singen den Text zuerst, aber das viermalige Pa, Pa, Pa, Pa mit Wiederholung in verschiedenen Tonhöhen muss vom gesamten Chor immer wieder geübt werden. Der Text wird gesprochen, Händeklatschen unterstützt den Rhythmus, danach folgt die Gesangsarbeit – wobei Ingrid Driesnack am Klavier und Karl Kringel in der Männergruppe für die richtigen Töne sorgen. Es dauert nicht lange, bis es klappt und die Kaffeepause wird verkündet.

Der Chorleiter erzählt von der bevorstehenden Arbeitswoche in Güstrow, im Haus der Kirchen, wo die Lieder für die kommenden etwa 20 Auftritte geprobt und gefestigt werden. „Es sind Tage, auf die wir uns immer besonders freuen“, erzählt er. „Wir sind eine feste Gemeinschaft, singen und feiern miteinander. Besonders aber freuen wir uns auf die Reisen zu den Treffen der Chöre und Singegruppen der Volkssolidarität – aber wir trauern auch gemeinsam, wenn uns ein Chormitglied verlassen musste. “


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