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#wirkoennenrichtig Vereine : Steine erzählen Geschichten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mehr als 1000 Findlinge auf einer Fläche von 1,5 Hektar. Patenschaft mit der ortsansässigen Grundschule.

Sternbilder aus Steinen können Besucher im Dorf Lichtenhagen vor den Toren der Hansestadt Rostock in Augenschein nehmen. Im dortigen Findlingsgarten, der im September 2008 zum Tag des Geotops eröffnet worden und der größte in Mecklenburg-Vorpommern ist, haben mehr als 1000, teils Millionen Jahre alte Steine, Platz auf einer Fläche von rund 1,5 Hektar gefunden. Sie stammen allesamt aus dem Gebiet der Gemeinde und aus den angrenzenden Hägerorten.

Die Idee, einen solchen Garten auf gemeindeeigenen Flächen anzulegen, hatte der in Lichtenhagen ansässige Architekt Dr. Frank Mohr. „In den 1990er-Jahren habe ich das Baugeschehen in Lichtenhagen aufmerksam verfolgt. Und dabei sind mir die vielen Findlinge aufgefallen, die teils wieder im Erdreich verschwunden sind. Also habe ich begonnen, Steine zu sammeln. Und als die riesige Garagenfläche im Dorf abgerissen wurde, die Gemeinde diese nicht zur Bebauung nutzen durfte und bereits rund 600 Steine auf ihren großen Auftritt warteten, war es Zeit, die Idee eines Findlingsgartens öffentlich zu machen“, erinnert sich der 75-Jährige gern an den Start. Frank Mohr suchte Verbündete, mit denen er gemeinsam den Verein Lichtenhäger Findlingsgarten, der Gesteinskunde, Astronomie und Botanik verbindet, ins Leben gerufen hat.

„Die Grünflächen, in denen die Findlinge liegen, haben wir interessant gestaltet. Besucher entdecken hier alte, fast vergessene Obstsorten und Gehölzarten, Solitärsträucher, zu den Steinbildern passende Stauden, Kräuter sowie Wildblumenwiesen, die für Insekten ein wahres Paradies sind“, schwärmt der Vereinsvorsitzende, der mit seinen Mitstreitern in diesem Sommer auch der Blume des Jahres 2017, dem Klatschmohn, Raum geben möchte.

Besucher, darunter Geologen aus vielen Ecken Deutschlands, sind im Lichtenhäger Findlingsgarten gern gesehen. Besonders aber freuen sich die Vereinsmitglieder über eine Patenschaft mit der ortsansässigen Grundschule, in der rund 150 Mädchen und Jungen in den Klassen eins bis vier lernen. Sie alle sind während ihrer Grundschulzeit viermal Gast im Findlingsgarten. Im größten Freiluftklassenzimmer er-fahren sie Spannendes über die Eiszeit, entdecken die schwersten, ältesten und schönsten Steine, lernen die Nordpeilung anzuwenden. Ebenso sind sie dabei, wenn eine Fachfrau mittels Anschleifen die Seele eines Steines ein Stück weit freilegt oder wenn sich die Hummeln auf der Wildblumenwiese ein Stelldichein geben.

„Wir haben noch viele Ideen. Beispielsweise würden wir unsere vorliegenden populärwissenschaftlichen Texte gern drucken lassen. Doch dafür und für andere Dinge fehlen uns finanzielle Mittel sowie weitere aktive Vereinsmitglieder“, sagt der Diplom-Ingenieur Eberhard Brandenburg, der sich seit seinem Eintritt ins Rentenalter für den Findlingsgarten gern und tatkräftig engagiert.



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