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#wirkoennenrichtig Heimat : Starkes und lebenswertes Umland

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Fazit des Gemeinde-Checks: Orte haben regelrechten Entwicklungsschub erlebt, weil sie sich auf ihre Vorzüge konzentrieren und die Bewohner sich einbringen

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2017 | 15:00 Uhr

Einmal quer durch das Umland ist es in den vergangenen Wochen gegangen: Von Rostock aus nach Osten, hoch Richtung Nordosten, dann rüber nach Westen und runter Richtung Süden, wieder hoch in den Nordwesten und weiter in den Südwesten der Hansestadt. In 15 Folgen haben wir stellvertretend verschiedene Gemeinden aus dem Umland vorgestellt. Wir haben geschaut, was das Leben in den einzelnen Orten ausmacht, wie die Gemeinden geprägt sind und versucht, die jeweiligen Stärken und Schwächen auszumachen.

Fazit Charakter

Bei unserem Besuch in den 15 Gemeinden ist eins deutlich geworden: Jede einzelne hat sich auf besondere Stärken konzentriert. Während einige Orte wie Rövershagen, Bartenshagen-Parkentin oder Pölchow sich vor allem als Wohnort sehen, setzen andere zusätzlich auf ein starkes Gewerbe. Vor allem Bentwisch, Lambrechtshagen, Admannshagen-Bargeshagen oder Elmenhorst-Lichtenhagen sind ein beliebter Standort. Hier haben sich Unternehmen in den Gewerbegebieten angesiedelt, während die ansässigen Firmen in den anderen Umlandgemeinden verstreut im Dorfbild zu finden sind.

Für die Gemeinden direkt an der Ostsee spielt der Tourismus eine große Rolle. Orte wie Graal-Müritz, Nienhagen und Börgerende-Rethwisch sind beliebte Urlaubsziele und haben sich als solche auch entwickelt. Ein weiteres Merkmal, für das einige Gemeinden im Umland stehen und überregional von Bedeutung sind, ist die Forschung. In Dummerstorf hat das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie seinen Sitz und in Sanitz wird unter anderem im Julius-Kühn-Institut an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen geforscht.

Fazit Entwicklung

Eins haben alle vorgestellten Gemeinden gemein: Sie haben sich seit Anfang der 90er-Jahre enorm entwickelt und einen rasanten Anstieg der Einwohnerzahlen verbuchen können. Teilweise leben heute doppelt oder sogar dreimal so viele Menschen in den einzelnen Orten wie noch vor 27 Jahren. Ein Grund für diesen rasanten Anstieg ist die Nähe zu Rostock. Viele, die in der Hansestadt arbeiten, leben in den Umlandgemeinden. Aber auch die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Gewerbeansiedlungen hat mehr Einwohner, vor allem junge Familien, in die Gemeinden gelockt.

Fazit Wohnen

In den vergangenen Jahrzehnten wurde fleißig gebaut im Umland, viele Wohngebiete wurden entwickelt, in denen sich die Neuzugezogenen ihr Häuschen errichtet haben. Der Bedarf war groß. Und das ist er noch heute, wissen die Bürgermeister. Pläne für die Entwicklung weiterer Wohngebiete stehen in den Gemeinden aber vorerst nicht an. Nur in Elmenhorst-Lichtenhagen, Dummerstorf und Bentwisch gibt es konkrete Vorhaben. Die anderen Orte setzen auf Lückenbebauung. Gründe sind zumeist der Mangel an geeigneten Flächen oder – und das betrifft alle Gemeinden rund um Rostock – das Raumentwicklungskonzept Mittleres Mecklenburg/Rostock, das den Umlandgemeinden ohne Zustimmung der Hansestadt lediglich ein Wachstum von maximal drei Prozent zugesteht. Würde die Hürde nicht bestehen, könnten Gemeinden wie Broderstorf, Kritzmow oder Nienhagen schneller wachsen.

Fazit Gemeindeleben

Egal ob Papendorf, Admannshagen-Bargeshagen, Dummerstorf, Sanitz, Kritzmow oder eine der anderen Gemeinden – in allen Dörfern sind es die Einwohner, die sich einbringen, für ein lebendiges Miteinander sorgen und sich in zahlreichen Vereinen engagieren. Eine wichtige Funktion übernehmen neben Kultur- und Gemeindevereinen in vielen Dörfern die Sportvereine mit ihren Jugendmannschaften und die freiwilligen Feuerwehren, die mit regelmäßigen Veranstaltungen wie den Osterfeuern, Lampionumzügen oder dem Tannenbaumverbrennen Höhepunkte im Gemeindeleben anbieten und sich an Festen beteiligen. Auch das gute Miteinander in den einzelnen Dörfern zeichnet die Gemeinden rund um Rostock aus.

Fazit Kinderbetreuung

Was in keiner der 15 vorgestellten Gemeinden fehlte: eine Kita. Wenigstens eine Einrichtung findet sich in jedem der Dörfer und Ortschaften und sichert so die Betreuung der jüngsten Gemeindemitglieder. Auch in diesem Punkt zeigt sich ein deutlicher Trend: Der Bedarf an Betreuungsplätzen ist meist weit größer, als es die Kapazitäten in den Einrichtungen zulassen. Um dieser Nachfrage nachzukommen, planen Gemeinden wie Kritzmow, Dummerstorf oder Sanitz Kita-Neubauten mit mehr Betreuungsplätzen. Andere Gemeinden haben oder wollen durch die Erweiterung bestehender Einrichtungen das Problem zumindest vorerst in den Griff bekommen. Viel Geld wird und wurde zudem in den Neu- und Ausbau von Schulen investiert. Denn die Gemeinden Bentwisch, Rövershagen, Graal-Müritz, Dummerstorf, Papendorf, Elmenhorst-Lichtenhagen, Sanitz, Kritzmow, Börgerende-Rethwisch, Parkentin und Broderstorf konnten als Schulstandort gesichert werden.

Fazit Lebensqualität

Je nach Größe finden die Einwohner in vielen Gemeinden eigentlich alles, was sie zum Leben brauchen: Betreuungsangebote für Kinder sind vorhanden, in den meisten Gemeinden gibt es Einkaufsmöglichkeiten, die ärztliche Versorgung ist gesichert. Und in Dörfern wie Pölchow, Broderstorf oder Bargeshagen, in denen es eben keine Nahversorger gibt, nutzen die Bewohner die Angebote in Rostock oder in den Nachbargemeinden. Denn kurze Wege sind ein weiteres Plus, durch das sich das Umland auszeichnet.

Fazit Zukunftspläne

Wenn mache Gemeinden sich so weiterentwickeln könnten, wie sie wollten und es die Nachfrage hergibt, hieße das Motto: volle Fahrt voraus. Andere wiederum – wie Pölchow, Papendorf und Bartenshagen-Parkentin – setzen auf eine moderate Entwicklung, wollen sich den dörflichen Charme, der sie ausmacht, erhalten. In vielen Gemeinden ist altersgerechtes Wohnen zudem ein großes Thema. Damit sollen Möglichkeiten für diejenigen geschaffen werden, die in ihrer Gemeinde wohnen bleiben möchten. Denn wegziehen will kaum einer. Alle, die im Umland leben, mögen es hier und wissen die jeweiligen Vorteile zu schätzen und können sich mit eventuellen Einschränkungen gut arrangieren.

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