Rostock : Stadthafen wird ausgebaggert

Damit auch künftig größere Segler und Dampfschiffe bis in den Stadthafen fahren können, wird er ab Mai ausgebaggert.
Damit auch künftig größere Segler und Dampfschiffe bis in den Stadthafen fahren können, wird er ab Mai ausgebaggert.

Bund startet Arbeiten im Mai. Vertiefung für kleine Kreuzliner, größere Segel- und Dampfschiffe. Gesamtkosten betragen rund 2,5 Millionen.

23-75568690_23-85179800_1503311308.JPG von
16. November 2017, 08:00 Uhr

Der Zeitplan steht: Vom 2. Mai bis Mitte Juni 2018 wird der Stadthafen ausgebaggert und so die Fahrrinne vertieft. Damit sollen Anläufe von größeren Segelschiffen oder auch kleineren Kreuzfahrern sowie maritime Großveranstaltungen im Stadthafen gesichert werden. „Wir erhalten das Gewässer damit als Verkehrsstraße mit Bedeutung“, sagt Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD), „das ist ein Meilenstein.“

Die rund 1,5 Millionen Euro teuren Arbeiten übernimmt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund des Bundes. Zuletzt war die Fahrrinne 1990 ausgebaggert worden und ist mittlerweile versandet. Der maximal zulässige Tiefgang für einfahrende Schiffe liegt derzeit bei nur 4,80 Metern. Für größere Schiffe wie den Eisbrecher „Stettin“ ist der Zugang so nicht gewährleistet. Die Wiederherstellung der Schiffbarkeit bedeute auch Anerkennung vom Bund – als wichtige Bundeswasserstraße, so der Senator. Das Fahrwasser soll bis zur Tonne 79 an der Haedgehalbinsel wieder eine Tiefe von 6,5 Metern haben, bis zur Tonne 83, den Liegeplätzen der Weißen Flotte, 6 Meter, von dort bis zu den Speichern 4,5 Meter und um die Ecke bei Tonne 93 und 94 bis zum Ludewigbecken 2,5 Meter. „Das ist der Zustand, den die Warnow 1990 hatte“, so Müller-von Wrycz Rekowski.

Das Schifffahrtsamt hatte in Vorbereitung auf die Ausbaggerung Proben an verschiedenen Stellen der Unterwarnow genommen. Die Konzentration von Schwermetallen und organischen Schadstoffen im Baggergut war höher als angenommen, wird aber als nicht gefährlicher Abfall eingestuft. „Wir haben mehrere Möglichkeiten geprüft“, so der Senator, „wir richten jetzt einen Polder auf dem Spülfeld Schnatermann her – als Zwischenlager“. Dort werde das Baggergut entwässert und möglicherweise wieder einsetzbar als Füllmaterial für den Bau. Die Kosten für die Herrichtung des Spülfeldes von 992 000 Euro muss die Stadt selbst tragen. Damit steigen die Gesamtkosten.

Wird die Ausbaggerung rechtzeitig fertig, profitiert Rostock bei einer Großveranstaltung im nächsten Jahr. Die zentrale Delegiertenveranstaltung zum 38. Internationalen Hansetag am 21. Juni soll auf der „Cap San Diego“ aus Hamburg stattfinden. Mit der Vertiefung könnte das Museumsschiff auch im Stadthafen liegen und müsste nicht nach Warnemünde ausweichen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen