Rostocks Retter : Stadt verbessert den Notruf

An den Monitoren erklären Johann Edelmann (l.), Leiter des Brandschutzamtes, und Leitstellen-Chef Markus Paschen das neue Dispositionssystem der Rostocker Feuerwehr.
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An den Monitoren erklären Johann Edelmann (l.), Leiter des Brandschutzamtes, und Leitstellen-Chef Markus Paschen das neue Dispositionssystem der Rostocker Feuerwehr.

Durch neues System sollen Dispositions- und Einsatzzeiten verkürzt und Fehlalarme vermindert werden #wirkoennenrichtig

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03. Mai 2017, 21:00 Uhr

Um Fehleinsätze zu vermeiden und Dispositionszeiten zu verkürzen, hat die Leitstelle der Feuerwehr als erste in MV ein neues Notrufabfragesystem (Noas) in der Erich-Schlesinger-Straße in Betrieb genommen. Insgesamt 130 000 Euro hat die Stadt dafür investiert.

„Oft sind Personen, die den Notruf wählen, aufgelöst, was auf die Disponenten abfärben und den Ablauf erschweren kann“, sagt Johann Edelmann, Leiter des Brandschutzamtes. Mithilfe des standardisierten Katalogs können die Kollegen, die zirka 100 Anrufe pro Tag entgegennehmen, noch strukturierter die wichtigsten Informationen abfragen.

„Im System sind 47 000 Stichworte hinterlegt. So soll ein optimaler Einsatz von Ressourcen gewährleistet werden“, sagt Ordnungssenator Chris Müller (SPD). Das bedeute auch die Verringerung der Fehlalarme und -fahrten, die ein Drittel der Einsätze ausmachen. Nach wenigen Klicks im Noas kann der Mitarbeiter entscheiden, um welche Art Notfall es sich handelt, ob Rettungswagen und Notarzt geschickt werden müssen oder die verunfallte Person zum Hausarzt gehen sollte. Ein Jahr lang wurden die 15 Disponenten an dem neuen System geschult. Seit Jahresbeginn haben sie auch echte Fälle mit dem Fragenkatalog bearbeitet. „Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es nicht schlecht, damit man auch keine Frage vergisst“, sagt Disponent Roland Scheller. Der 45-jährige Hauptbrandmeister arbeitet seit 2003 in der Leitstelle.

Bis Oktober soll das Noas gemäß eines EU-Beschlusses auch für E-Calls empfänglich sein. Die Software wird ab März in allen neuen Fahrzeugen installiert und setzt nach Unfällen selbsttätig einen Notruf ab. Dies sei in einer Stadt wie Rostock nicht ganz so wichtig, aber vor allem in ländlichen Gebieten vorteilhaft, um mit den Insassen des Fahrzeugs zu sprechen, wenn diese selbst nicht zu einem Notruf in der Lage sind, so Müller.

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