Stau : Stadt hat Problem-Kreuzungen im Visier

Seit Jahren staut es sich auf der Vorpommernbrücke, gegenüber auf dem Mühlendamm sieht es nicht viel anders aus.
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Seit Jahren staut es sich auf der Vorpommernbrücke, gegenüber auf dem Mühlendamm sieht es nicht viel anders aus.

Mühlendamm und L 22-Knoten ärgern Rostocker. Senator will mit Verkehrs- und Ampelmanagement Abhilfe schaffen. #wirkoennenrichtig

svz.de von
09. Mai 2017, 22:45 Uhr

Morgens und abends Staus, kreative Ausweichmanöver und jede Menge gestresste Verkehrsteilnehmer – die Kreuzungen der Warnowstraße mit Mühlendamm und der L22 sind Verkehrsschwerpunkte.

„Der Knoten platzt aus allen Nähten“, sagt Bauausschuss-Mitglied Helge Bothur (Linke) über den Mühlendamm. Nicht nur, dass sich der Verkehr staue, mittlerweile würde der Gehweg als Rechtsabbiegespur benutzt. Bauausschuss-Vorsitzender Frank Giesen (CDU) steht selbst täglich an der gegenüberliegenden Kreuzung mit Strande und Rövershäger Chaussee. Ihm zufolge trete genau die Befürchtung ein, die viele Ausschussmitglieder im Vorfeld der Kreuzungsbauten geäußert hatten.

„Die Verkehrssituation ist für alle nicht befriedigend, weil insbesondere zu Spitzenzeiten und verstärkt auf dem Mühlendamm stadteinwärts der Verkehr zum Stocken kommt“, sagt Christian Strey aus dem Amt für Verkehrsanlagen. Die Auswertung der automatischen Verkehrszählung für 2016 zeige, dass insbesondere Tessiner Straße und Verbindungsweg sehr belastet seien. Allein 9814 Kraftfahrzeuge passieren täglich den Mühlendamm aus der Tessiner Straße kommend. Die Verkehrslage, bemessen anhand von Reisezeit, sei 2015 unproblematisch für den Mühlendamm Richtung Tessiner Straße gewesen, Richtung Warnowstraße gab es von 7 bis 18 Uhr Beeinträchtigungen.

„Die derzeit am Morgen über die Warnowstraße und den Mühlendamm in Richtung Steintor fließenden Verkehrsströme überschreiten die Leistungsfähigkeit der Ernst-Barlach-Straße“, erklärt Christian Strey. Das führe zu Rückstaus, die sich mit abnehmendem Berufsverkehr wieder auflösten. Ähnliche Probleme gebe es auf der anderen Seite: „Im morgendlichen Berufsverkehr ab zirka 7 Uhr wird der Verkehr auf der Rövershäger Chaussee vor der Kreuzung Petritor zähflüssig aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens. Die Situation entspannt sich jedoch zwischen 8 und 9 Uhr mit Abklingen dieser Verkehrsspitze.“

Bausenator Holger Matthäus (Grüne) ist die angespannte Lage bewusst, er wolle im Zuge der Erarbeitung des Mobilitätsplans Zukunft der Bürgerschaft Vorschläge unterbreiten. Schon jetzt macht er klar: „Aufgrund der Breite der Straßenräume kommt ein Ausbau nicht infrage.“ Durch optimiertes Verkehrs- und Ampelmanagement könne der Strom aber gesteuert werden. Optionen: Der Ausbau von Park-and-Ride-Plätzen, beschleunigte ÖPNV-Verkehre, ein Geh- und Radweg auf der nördlichen Seite des Mühlendamms im Zuge des Lückenschluss für den Hochwasserschutz. „Zum Gesamtansatz gehört auch der Umbau der Steintorkreuzung samt optimierter Lichtsignalsteuerung und veränderten Abbiegespuren.“ Eine digitale Verkehrsflusssimulation werde vorbereitet, die die neuen Möglichkeiten darstellen soll.

Rostocks Verkehr

• Verkehrzählstellen im Bereich der östlichen Zufahrtstraßen sind an der Mühlendamm-Kreuzung, in der Tessiner Straße/Jan-Maat-Weg sowie auf der L22 an den Kreuzungen Verbindungsweg und Petritor

• Durchschnittliche Verkehrslast und Vergleich zu 2015:

Tessiner Straße – Mühlendamm 9814 Fahrzeuge (-2,1%),
Tessiner Straße – A 19 10049 (-2,4%),

Mühlendamm – Tessiner Straße/A19 7210 (-0,8 %)
Mühlendamm – Steintor 10 517 (-4,0%),
Mühlendamm – L 22 (Warnowstraße) 4892 +0,4%
Petritor – Mühlendamm (Warnowstraße) 4122 (-4,1%)
Verbindungsweg – Petridamm 6098 Pkw (-1,8%), Petridamm – Verbindungsweg 4968 (-2,4%)

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