Rostock : Spenden für die Gefallenen

Für die Grabpflege gefallener Soldaten steckt die Rostockerin Helga Bethkenhagen (l.) gern eine kleine Spende in die Sammeldose von Karina Jens (CDU).  Fotos: Katrin Zimmer
Für die Grabpflege gefallener Soldaten steckt die Rostockerin Helga Bethkenhagen (l.) gern eine kleine Spende in die Sammeldose von Karina Jens (CDU). Fotos: Katrin Zimmer

Rostocker sammeln für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Laut dem Kreisgeschäftsführer sinkt das Bewusstsein spürbar. #wirkoennenrichtig

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07. November 2017, 21:00 Uhr

Mit blauen Sammeldosen sind Rostocker Persönlichkeiten wie Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), Ex-Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) sowie Vertreter von Marine, Bundeswehr und -polizei heute durch die Kröpeliner Straße gezogen, um Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu sammeln. Mit der Aktion macht der über Spenden finanzierte Verein jedes Jahr vor dem Volkstrauertag auf seine Arbeit aufmerksam. Die Erlöse fließen europaweit in Grabpflege, Schaffung neuer Ruhestätten für gefallene Soldaten und Aufklärungsarbeit.

„Viele fragen, ob wir Kriegsgräberpflege überhaupt noch brauchen, aber das Thema ist leider immer wieder aktuell – wenn auch nicht unbedingt in Europa“, sagt Wolfgang Westphal, Geschäftsführer des Kreisverbands Rostock. Man müsse nur den Fernseher einschalten und sehe täglich neues Elend, unterstreicht das Vereinsmitglied Karina Jens bei der Sammelaktion. Insgesamt sei die Beteiligung bei den Spendenaktionen leider rückläufig – sowohl aufseiten der Sammelnden als auch der Gebenden, bedauert Westphal. Gerade bei Jüngeren verwische das Bewusstsein spürbar, vielleicht weil die aktuellen Konflikte weiter weg seien als zu Weltkriegszeiten, mutmaßt er.

Allein in Rostock liegen mehr als 2000 Bestattete in Einzel- und Sammelgräbern, landesweit sind es 69 153 an mehr als 200 Orten. Doch die Spendengelder werden genutzt, um in ganz Europa Kriegsopfer zu unterstützen. „Jedes Jahr werden weitere Tote geborgen – allein in Wolgograd etwa 3000 – die es zu identifizieren und bestatten gilt“, sagt Oberbürgermeister Methling. Rostock solle die wichtige Arbeit des Bundes unterstützen. Noch bis zum 19. November – dem Volkstrauertag – sollen weitere Sammelaktionen die Spendensumme steigern. Die blauen Dosen stehen bis dahin auch im Rathaus, der Bundespolizeiinspektion und weiteren öffentlichen Gebäuden.

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