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Rostock : Sozialer Wohnungsbau in Schmarl

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wohnungsgenossenschaft Schifffahrt-Hafen plant als Pilotprojekt den Neubau von zwei Blöcken. Geringverdiener sind die Zielgruppe. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 04.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Nachträgliches Geschenk zum 40. Stadtteilgeburtstag: Die Wohnungsgenossenschaft Schifffahrt-Hafen (WGSH) plant im kommenden Jahr in Schmarl zum ersten Mal Sozialwohnungsbau. „Für so ein Projekt müssen alle Rahmenbedingungen passen – und in der Vitus-Bering-Straße tun sie es“, sagt Roland Blank, kaufmännischer Vorstand. Das Grundstück mit den Hausnummern 14 und 15 sei von einer anderen Genossenschaft abgekauft worden. Für zwei jeweils fünfgeschossige Blöcke und das Umfeld mit Stellplätzen, Grün- und Spielanlagen investiert die WGSH 4,74 Millionen Euro. 1,6 Millionen sind als Fördermittel aus dem Landesprogramm „Wohnungsbau Sozial“ beantragt. Der Bauantrag wurde gerade eingereicht. Ziel sei es, im April 2018 mit der Realisierung zu beginnen, sodass im Frühjahr 2019 die ersten neuen Mieter einziehen könnten.

Entstehen sollen insgesamt 36 Zwei- und Dreiraumwohnungen zwischen 59 und 62 Quadratmetern. Die Nettokaltmiete soll 5,50 Euro pro Quadratmeter betragen und ist durch die Fördermittelgeber festgeschrieben. „Zielgruppe sind Genossenschaftsmitglieder mit geringerem Einkommen – egal, ob Jüngere, Senioren, Familien oder Alleinstehende“, erklärt Andreas Lübcke, technischer Vorstand der WGSH. Die soziale Ausrichtung der Vermietung ist laut Förderrichtlinie für 20 Jahre bindend. Interessenten bräuchten deshalb auch einen Wohnberechtigungsschein.

Pro geplantem Neubau sind zwei barrierefreie Erdgeschosswohnungen vorgesehen. Aber auch die restlichen 32 Wohnungen wären barrierearm und mit einem Fahrstuhl zu erreichen. „Für den Fahrstuhl gab es ebenfalls Fördermittel“, sagt Lübcke. Ohne Subventionierung sei die Realisierung von Barrierefreiheit kaum wirtschaftlich. „Die Notwendigkeit von Tiefgaragenplätzen ist zum Beispiel ein echtes Hemmnis für sozialen Wohnungsbau“, erklärt Blank. Das Gelände in Schmarl sei auch deshalb ideal, weil ebenerdig Stellflächen geschaffen werden können. Und durch den Plattenbau, der dort einmal stand und abgerissen wurde, sei auch die Erschließung vorhanden gewesen. Die erlaubte Bauweise mit fünf Geschossen wäre ebenfalls ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens.

Im April hat Roland Blank mit den Vorbereitungen für sozialen Wohnungsbau in der Hansestadt begonnen. Die WGSH ruft als erster Bauherr in Rostock entsprechende Förderungen ab. Die Entwürfe des Architekturbüros, das sich unter dreien durchgesetzt hätte, wären dann durchkalkuliert und mit der Förderstelle besprochen worden. „Das Risiko liegt in den noch nicht feststehenden Baukosten. Deshalb haben wir uns im Vorfeld mit Firmen in Verbindung gesetzt und gefragt, ob es möglich ist“, erzählt Lübcke. Denn die künftigen Bewohner sollen nicht den Eindruck bekommen, in einem Spar-Bau zu leben. „Wir übergeben keinen Rohbau, sondern zwei solide Blöcke mit entsprechender Ausstattung“, sagt Blank.

Sollte sich das Pilotprojekt für alle Beteiligten rechnen und die Kosten im Rahmen bleiben, will die WGSH in anderen Rostocker Stadtteilen nachziehen, wenn sich geeignete Grundstücke finden. „Die Innenstadt ist das einzige Gebiet, wo sozialer Wohnungsbau bei den aktuellen Rahmenbedingungen äußerst schwer zu realisieren wäre“, sagt Blank.

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