Immobilien : So viel kostet Wohnen in Rostock

Zu den Filetstücken in Bestlage gehören die neuen Wohnungen im Petriviertel mit direkter Wasserlage.
Zu den Filetstücken in Bestlage gehören die neuen Wohnungen im Petriviertel mit direkter Wasserlage.

Immobilienverband Nord legt Preisspiegel für 2017 vor: Kaufen kostet noch mehr als im Vorjahr. Mieten fast konstant, Stagnation erwartet. #wirkoennenrichtig

svz.de von
22. September 2017, 08:00 Uhr

Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in Rostock sind im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen, die Mietpreise bleiben nahezu konstant – aber auf einem hohen Niveau. Das hat der Immobilienverband Deutschland (IVD) Nord gestern bei der Vorstellung seines Preisspiegels 2017 mitgeteilt.

Derzeit liege der Preis für Eigentumswohnungen bei durchschnittlich 2000 Euro pro Quadratmeter, was ein Plus von bis zu 13,8 Prozent ausmache, so IVD Nord-Sprecher Peter-Georg Wagner. Vor allem in Gegenden in attraktiver Wasserlage wie dem Petriviertel oder Warnemünde seien die Preise erneut gestiegen. Das Problem: „Das Baurecht wird immer verrückter. Wenn Sie solide rechnen, ist ein Preis unter 2000 Euro pro Quadratmeter kaum darstellbar“, sagt Andreas Heyder, Geschäftsführer der Immobilienverwaltung Tasler. So seien Auflagen wie die Errichtung von Kinderspielplätzen und Stellflächen sowie auch energetische Anforderungen an Neubauten anders nicht gewinnbringend zu erfüllen.

Die Mietpreise hingegen bleiben laut IDV Nord 2017 nahezu konstant bei durchschnittlich 8,50 Euro pro Quadratmeter. Lediglich die Nettokaltmieten in Neubauten sind gemäß dem Trend der letzten fünf Jahre um bis zu zehn Prozent auf mehr als zehn Euro gestiegen. Zum Vergleich: „2010 lagen wir noch bei Nettokaltmieten um sechs Euro pro Quadratmeter in Bestandsgebäuden“, sagt Tom Hübner, stellvertretender Vorstand IDV Nord MV. Insgesamt relativiere sich die Preissteigerung aber, könnte laut Experten in den nächsten zwei Jahren sogar stagnieren. „Ein Rückgang der Mieten ist jedoch nicht zu erwarten, dafür ist die Nachfrage in Rostock als guter wirtschaftlicher Gegend zu hoch“, sagt Hübner. Seinen Schätzungen zufolge liegt der Anteil der Mietwohnungen derzeit bei bis zu 85 Prozent.

Die 2015 vom Bund beschlossene Mietpreisbremse betrachten die Experten als fachlich und rechtlich falsch: „Sie ist zwar gut gemeint, aber schlecht gemacht, denn sie subventioniert die, die sich sowieso höhere Mieten leisten können“, sagt IDV-Sprecher Wagner. „Um weitere Mietsteigerungen zu verhindern, hilft nur eines: Bauen“, unterstreicht Hübner.

Dass das in Rostock nicht um jeden Preis passiert, zeigen jüngste Entscheidungen der Bürgerschaft gegen eine ausschreibungsfreie Bebauung des Rosengartens und die Absage von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) gegen eine Erschließung des geplanten neuen Wohngebiets in Biestow mit Grundstückspreisen von 350 bis 400 Euro. Zum Vergleich: Der Preis für Bauland für Einfamilienhäuser liegt in Rostock laut IDV aktuell bei 215 Euro pro Quadratmeter. Für Einfamilienhäuser verzeichnet der Verband im Schnitt ein Preisplus von sieben Prozent – die Nachfrage sei ungebrochen, so IDV-Sprecher Wagner. Um diesbezüglich nachzuhelfen, sollten seiner Ansicht nach Stadt und Landkreis enger zusammenarbeiten, in Anbindung und Infrastruktur investieren, auch damit sich Firmen im Landkreis ansiedeln könnten.

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