Nachgefragt : So feiern bekannte Rostocker Weihnachten 2017

Wie feiern bekannte Rostocker Weihnachten 2017?  Fotos: Archiv
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Wie feiern bekannte Rostocker Weihnachten 2017? Fotos: Archiv

Gibt es Kartoffelsalat oder Gans? Zeit mit der Familie oder arbeiten? Die NNN haben sich unter Rostocker Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur umgehört, wie ihre Festtage aussehen. #wirkoennenrichtig

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25. Dezember 2017, 09:00 Uhr

Roland Methling, Rostocker Oberbürgermeister: Eine Ente reicht längst nicht mehr
„Zu Weihnachten gibt es bei uns traditionell Ente mit Klößen und Rotkohl. Und da wir mittlerweile 20  Personen sind, reicht auch eine Ente allein längst nicht mehr aus.

Natürlich steht die Familie ganz im Mittelpunkt unseres Festes. Der Weihnachtsbaum wird mit silbernen Kugeln und Silberschmuck aus dem Erzgebirge dekoriert. Die größeren Enkelkinder kommen mittlerweile auch schon ganz oben am Baum an.

Da sie auch durchaus musikalisch sind, wird das Singen der ,Weihnachtsbäckerei’ nun auch mit Instrumental-Begleitung unterlegt.

Seit mittlerweile zwölf Jahren steht für die ganze Familie das von Dr. Peter Schneider und seiner Boris-Agentur organisierte Weihnachtskonzert im Barocksaal auf unserem Familienplan.

Während wir sonst den Jahreswechsel zusammen mit unseren schwedischen Freunden in Skandinavien verbringen, starten wir ins Jahr 2018 ausnahmsweise hier in Rostock, denn am Neujahrstag beginnen wir unsere Doppeljubiläumsfeiern mit einem wirklich einmaligen Höhepunkt – der Einweihung des neuen Kalendariums der Astronomischen Uhr in der Marienkirche. Unser Weihnachtsurlaub verlagert sich daher in diesem Jahr in die erste Januar-Woche.“

Pavel Dotchev, Trainer des FC Hansa Rostock: Festtage werden zur Familienfeier
Das Weihnachtsfest nutzt Pavel Dotchev, Trainer des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock, für eine Reise zu seiner Familie nach Bulgarien. „Mit meiner Frau besuche ich meine Mutter und meinen Bruder sowie ein paar Bekannte, die noch dort leben“, erzählt der 52-Jährige. Das wird das erste Mal seit zwei Jahren für den Fußball-Lehrer sein, dass er die Festtage in seiner Heimat verbringt. „Früher war bei uns auch der Weihnachtsmann, aber mittlerweile sind wir da rausgewachsen. Es ist einfach zu einer schönen Familienfeier bei uns geworden.“ Die Traditionen seiner Familie hat er in Deutschland aber nicht vergessen. „Bei uns gibt es kein Fleisch. Zu Weihnachten müssen wir verzichten und deswegen gibt es bei uns selbst gemachtes Brot. Darin werden dann noch kleine Dinge eingebacken, die einem als Glücksbringer für das nächste Jahr dienen sollen“, erklärt er. Doch satt wird dennoch jeder beim Festtagsschmaus, denn es stehen ungefähr zwölf Gerichte auf dem Tisch. „Darunter kann Reis, Salat oder auch Obst sein. Meine Frau Silvia bereitet das immer ganz toll zu.“ Die wichtigste Regel aber ist: „Wenn man aufgegessen hat, darf man nicht gleich aufräumen, damit sich jederzeit noch jemand bedienen kann.“

Sigrid Hecht, Chefin des Kommunalen Eigenbetriebs: Zur Tierweihnacht in den Wald
„Weihnachten verbringen wir mit vier Generationen unter einem Dach. Meine ganze Familie kommt zu Besuch. Heiligabend beginnt mit einer für uns ganz besonderen Tradition. Nach dem Frühstück begeben wir uns in den Wald, um die Tierweihnacht zu feiern. Anschließend wird gemeinsam der Baum geschmückt – wir haben uns für eine sehr große Tanne entschieden. Der Schmuck fällt sparsam aus, dafür mit ganz besonderen Kugeln. Am Abend gibt es entsprechend dem Wunsch der erwachsenen Kinder Ente mit Rotkohl. Meine Mutti und ich kochen zusammen das Festmahl. An den folgenden Feiertagen wird dann Wild serviert. Wir genießen die gemeinsame Zeit, bevor am 27. Dezember wieder die Arbeit ruft.“

Sängerin Jacqueline Boulanger: Offen und turbulent

Eigentlich gibt es bei Sängerin Jacqueline Boulanger nur eine einzige Regel zu Weihnachten: „Egal, an welchem Ort oder in welchem Land wir Weihnachten feiern, für meine Tochter Mercedes, Sohn Michelle und mich ist es nur wichtig, dass wir zusammen sind.“ Das temperamentvolle Trio hat schon in Spanien oder in Wohngemeinschaften der Kinder gefeiert und die vergangenen Jahre in der neuen Heimat Warnemünde. Im Hause Boulanger ist es zu Weihnachten turbulenter als in anderen Familien, es ist aber auch offener: „Bei uns ist immer Platz für andere, die vielleicht niemanden haben“, sagt die quirlige Sängerin mit afrikanischen Wurzeln. Für sie ist der Begriff Familie größer gefasst und schließt Freunde mit ein. Musik und Singen gehören dazu, Tochter Merci hat laut ihrer Mama eine wunderschöne Stimme. „Bei uns ist es immer laut, lustig und es gibt viel Musik.“

„Zum Essen gibt es bei uns einen Vogel, entweder Ente oder Gans, in diesem Jahr Ente, frisch geschnippelten Rotkohl mit Äpfeln und Zwiebeln und dazu drei Sorten Klöße, wir bereiten alles zusammen vor.“ Auch dem Thema Baum nähert sich das unkonventionelle Trio anders an. „Meistens gehen wir erst am 24. Dezember los. Irgendwann haben wir auf einem verwaisten Platz einen Baum mitgenommen und Geld hinterlassen“, verrät die Sängerin. Und in einem Jahr, als alle Hoffnung auf einen Baum geschwunden war, rief ein Musikerkollege an und bot einen als Geschenk an. Apropos: Geschenke liegen unter dem Baum, jeder wird nacheinander beschert. Der Baum wird mit Schmuck der anderen Art – Zimtstangen, Glocken aus Holz, Schleifen in verschiedenen Farben – verschönert. Und zur Spitze wird irgendwas aus dem Fundus der Familie erklärt.

In einem Jahr hat ein Nachbar aus dem Haus den Weihnachtsmann gespielt. Auch das passt zum Weihnachtsfest oder dass sich die Nachbarn mit Geschenken überraschen. Und neben Philosophieren über Gott, die Welt und das Leben gehören Spiele dazu. „Wir sind total spieleverrückt“, offenbart die Sängerin. Sie ist übrigens am 26. Dezember im Ringelnatz wieder in ihrem Job zu erleben. Die Kinder der Sänger sind natürlich dabei.

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