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Rostocker unterstützt Guatemala : Senator will Panajachel helfen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die kleine Stadt in Guatemala ist längst mit Rostock verwoben. Holger Matthäus will mit Arbeitskleidung und Müllautos Umweltproblem abmildern. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 07.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Der Rostocker Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) hat sein Herz für die kleine guatemaltesische Stadt Panajachel entdeckt und möchte vor Ort helfen – vor allem beim Abfallproblem.

Die Hansestadt und Panajachel haben bereits eine Verbindung. Karls-Chef Robert Dahl lässt sich dort von einer Kooperative von 40 Bauernfamilien Kaffee produzieren – fair gehandelt. Das Rostocker Erasmus-Gymnasium unterstützt seit mehr als zwei Jahren die dortige Grundschule, die von einem Erdbeben zerstört worden war, über den Verkauf von fairen Produkten. Ein kleines Stück Entwicklungshilfe aus Rostock, das Matthäus hoch schätzt und auch zum Anlass für eine private zweiwöchige Reise Ende des Jahres nahm.

„Ich war interessiert. Wenn wir in Rostock über Fairtrade reden, dann geht es in erster Linie um Kaffee – und ich hatte das vor Ort noch nie gesehen“, sagt der Senator. An seiner Seite bei der Reise: der Wahlrostocker Burkhard Seidel. Er war schon Ende der 70er-Jahre da, „ist ein Idealist, ein Alt-68er, ein Weltkenner“, sagt Matthäus. In Guatemala-Stadt kamen sie an, wohnten in der La Casa Rosa am wunderschönen Atitlansee. Kehrseite der Medaille: Wenn es dunkel wird, werden rund um den See Feuer entzündet. Müll wird verbrannt, die Aschepartikel fallen auf das Wasser.

Panajachel in Guatemala ist kein Einzelfall mit seiner Müll-Problematik. Rostock engagiert sich beim Projekt der Städte-Plattform für nachhaltige Entwicklung, Connective Cities. Im Herbst war zuletzt eine internationale Delegation in Rostock. Gäste aus Marokko,Tunesien, Ägypten haben sich die Stadtentsorgung Rostock, den Recyclinghof Dierkow oder auch die Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft VEG zeigen sowie erklären lassen und Erfahrungswerte mit nach Hause genommen.

Für Panajachel plant Matthäus einen noch unmittelbareren Einfluss. Als Müllwagen fungieren vier Pick-ups. Müll, der nicht verbrannt wird und dadurch die Umwelt belastet, „wird verbuddelt und das bisschen Sortieren, was passier, ist aufwendig, uneffektiv und unsystematisch“, sagt Matthäus. Er hat mit dem Bürgermeister der 30 000-Einwohner-Stadt gesprochen, auch eine private Abfall-Anlage besichtigt. Neben Austausch und Rat aus Rostock hat Matthäus weitere Ideen: Wenn die Stadtentsorgung neue Arbeitskleidung anschafft, könnte die alte nach Panajachel gehen, so etwas gibt es dort noch nicht. Die Einführung, spekuliert Matthäus, würde auch die Wertschätzung der Arbeit steigern und geht noch einen Schritt weiter. Er will auch ausrangierte Müllfahrzeuge nach Guatemala schaffen und dafür Geld einwerben. Auf den Müllwagen könnte ein Slogan stehen „Rostock grüßt Panajachel“, überlegt er schon. „Man kann auch als kleine Stadt die Welt ein bisschen verbessern“, sagt der Rostocker Umweltsenator.

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