zur Navigation springen

Purkshof : Segelflieger warten auf Aufwinde

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In Purkshof bereiten sich Mitglieder des Fliegerclubs Rostock für die Saison vor. Wartungsarbeiten in vollem Gange #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 18.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Mit den ersten Sonnenstrahlen steigt bei Anja Bombach und Hans-Dieter Kachant die Vorfreude. Denn mit dem Frühling kommen auch die idealen Bedingungen zum Segelfliegen: die Aufwinde. Die beiden sind Mitglieder des Fliegerclubs Rostock, dessen Flugzeuge von Purkshof aus in die Lüfte steigen. Aber noch müssen sie und die anderen 80 aktiven Mitglieder sich etwas gedulden. „Die Saison fürs Segelfliegen startet am 1. April mit dem traditionellen Anfliegen“, sagt Anja Bombach. Und die Zeit bis dahin wird intensiv genutzt.

„Wenn die Saison Mitte Oktober endet, kommen die Flugzeuge in die Werkstatt und werden gewartet“, erklärt Kachant. Sechs Segelflugzeuge – drei Einzel- und drei Doppelsitzer –, zwei Motorsegler und ein Motorflugzeug besitzt der Verein. Erst vor rund zwei Monaten hat dieser seine Flotte durch einen gebrauchten Doppelsitzer erweitert. 80 000 Euro hat der Duo Discus gekostet.

„Nach dem Abfliegen im Herbst werden die Segelflieger abgerüstet“, erklärt der 63-Jährige, der sich mit Unterbrechungen seit seinem 14. Lebensjahr in die Lüfte begibt. „Das bedeutet, dass die Tragflächen abgenommen werden und das gesamte Innenleben herausgenommen wird. Im Prinzip bleibt nur die Hülle“, so Kachant. Ein fester Stamm von 15 Technikern – alle Mitglieder im Verein, die diese Zusatzqualifikation erworben haben – kümmert sich derzeit um die Wartung. „Pro Segler sind dafür etwa 14 Tage eingeplant“, verrät Bombach. Die 46-Jährige hat 1998 das Fliegen für sich entdeckt. Auf der Wartungsliste steht unter anderem die Überprüfung aller Beschläge, des Ruders, der Steuerelemente und der Tragflächen. Die Oberflächen werden auf mögliche Risse kontrolliert und die Flieger so für die jährliche Prüfung, ähnlich dem TÜV für Autos, flott gemacht. „Und dann müssen die Flugzeuge ja auch noch gereinigt werden“, fügt die 46-Jährige an. Bis in den März hinein wird dann gewaschen, gewachst und poliert.

Auch die Technik wird aufgerüstet, wenn es neue Bestimmungen notwendig machen. In diesem Jahr gibt es für alle Flieger neue Funkgeräte. „Die haben eine höhere Selektivität. Vorher konnten wir die Frequenz auf zwei Stellen nach dem Komma einstellen. Jetzt sind es drei. Wenn wir sonst auf 1000 Meter aufgestiegen sind, haben wir den Flughafen Stendal reinbekommen“, erzählt Hans-Dieter Kachant. Das dürfte jetzt nicht mehr passieren.

Aber nicht nur die Segelflugzeuge werden in den kalten Monaten auf Vordermann gebracht, auch die Flugschüler absolvieren in diesen Monaten ihre theoretische Ausbildung. „Derzeit wollen zwölf ihre Lizenz machen“, weiß Anja Bombach.

Im April, wenn die Saison startet, werden sie in die Praxis gehen und sich wie Bombach, Kachant und die anderen Vereinsmitglieder wieder in die Lüfte begeben. Dann werden die 250 bis 400 Kilo leichten Segelflieger mit einer Spannweite zwischen 15 und 20 Metern wieder auf die Startbahn geschoben, von wo aus sich die Flieger dann bei guten thermischen Bedingungen etwa 1000 bis 2000 Meter hoch in die Lüfte begeben und sich mit Adlern und Störchen treiben lassen. „Das ist das Besondere am Segelfliegen: Man ist eins mit der Natur und muss sich mit den Naturgewalten auseinandersetzen und der Stille“, geraten Anja Bombach und Hans-Dieter Kachant ins schwärmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen