Sicherheit : Schüler verkennen die Gefahr

Schon nach wenigen Minuten vor Ort müssen die Bundespolizisten Monika Hirschke und Frank Schmoll die ersten Schüler von den Gleisen holen und ermahnen.  Fotos: Antje Kindler
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Schon nach wenigen Minuten vor Ort müssen die Bundespolizisten Monika Hirschke und Frank Schmoll die ersten Schüler von den Gleisen holen und ermahnen. Fotos: Antje Kindler

Polizei leistet Präventionsarbeit auf Sanitzer Bahnhof. #wirkoennenrichtig

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17. Januar 2018, 08:00 Uhr

Monika Hirschke und Frank Schmoll sind keine zwei Minuten vor Ort, da sehen sie auch schon, wie der erste Schüler am Bahnhof Sanitz einfach so ins Gleisbett klettert, um etwas herauszuholen. Die Polizeihauptkommissarin gehört zum Team für Kriminalprävention der Bundespolizei und ist aktuell oft dort vor Ort, um die Kinder und Jugendlichen zu ermahnen und für die Gefahren zu sensibilisieren – und zwar bevor etwas Schlimmes passiert. „Wir haben hier am Standort 1200 Schüler. Viele nutzen die Bahn. Und das Problem ist, dass auf dem Bahnsteig getobt, gerangelt und gedrängelt wird. Auch die weiße Sicherheitslinie wird überschritten“, berichtet Hirschke. Dieses Verhalten könne schnell zu einem tragischen Unglück führen.

Die Lokführer, die auf der Strecke Rostock-Tessin unterwegs sind, kennen das Problem mit den Kindern am Bahnsteig nur zu gut. „Ich weiß, dass Kollegen sagen, dass sie hier nicht mehr reinfahren möchten“, erzählt Triebfahrzeugführerin Grietje Rottmann, „Ich selbst habe hier auch schon Füße im Gleis baumeln sehen“, berichtet sie. Um Unfälle zu vermeiden, würden viele Zugführer daher extra langsam in den Bahnhof einfahren.

„Ich habe mal einen Schüler gesehen, der war noch auf den Gleisen, als der Zug schon kam. Der ist dann ganz schnell auf der anderen Seite auf den Bahnsteig geklettert“, erzählt ein Junge, den Monika Hirschke und Polizeihauptkommissar Schmoll gestern ermahnen mussten, weil er und seine Freunde unerlaubt zu nah an den Gleisen entlanggegangen sind, anstatt den offiziellen Weg zu nehmen. Aber auch Kinder, die auf den Gleisen umherliefen, trafen die beiden Bundespolizisten an.

Vor allem Schüler der fünften bis siebten Klassen würden immer wieder durch solch ein gefährliches Verhalten auffallen. „Deshalb sind wir schon an die Schulen herangetreten“, so Hirschke, die die Schüler zusammen mit ihrem Team während eines Präventionsunterrichts über die Gefahren aufklären will. „Wenn wir die Schüler direkt auf dem Bahnhof ansprechen, sind sie schon einsichtig, vielen ist bewusst, dass sie etwas falsch machen. Aber nachhaltiger ist der Präventionsunterricht“, weiß die Polizeihauptkommissarin. Dort erfahren die Schüler dann mehr über die Gefahrenquellen und das richtige Verhalten am Bahnhof und -steig. „Mit Bahnstrom- und Bahnhofsmodell können wir ihnen zeigen, was alles passieren könnte.“ Zum Beispiel durch Oberleitungen oder den Sog vorbeifahrender Züge. „Wenn die Schüler drängeln, könnte ein Kind vor den Zug fallen“, so Hirschke, die im vergangenen Jahr wegen des gleichen Problems vor Ort war. Daher ist jetzt zusätzlich ein Präventionstag geplant.

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