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Aktionstag : Schmierfinken entfernen Graffiti

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In Sozialstunden befreien straffällig gewordene Jugendliche den Vorplatz des KTC von ungewollten Sprayer-Werken #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Wer es beschmutzt, muss es auch wieder reinigen, lautet die Devise der Anti-Graffiti-Aktion, die die Hansestadt am Sonnabend zum zehnten Mal gestartet hat. Vor dem Kröpeliner-Tor-Center (KTC) haben drei straffällig gewordene Jugendliche mit Bürsten und Hochdruckreiniger auf etwa 250 Quadratmetern öffentlichkeitswirksam ungewollte Schmierereien entfernt – eine vom Gericht auferlegte Sozialmaßnahme.

„Die Jugendlichen können entscheiden, ob sie ihre erlassene Strafe antreten oder hier Sozialstunden ableisten“, erklärt ein Mitarbeiter der Bundespolizei vor dem KTC. „Sie sollen sehen, wie viel Arbeit es macht, die Graffiti wieder zu entfernen“, so der Ermittler.

Mit Fassadenreiniger Marcel Stoll vom gleichnamigen Hausmeisterservice haben die drei Verurteilten das Gelände mit Lösungsmitteln bearbeitet und den Untergrund sorgfältig gereinigt. Zum Schluss wird eine Schutzschicht aufgetragen, die zwar nicht vor neuen Schmierereien schützt, diese aber leichter wieder entfernen lässt, so der Experte, der die Aktion von Anfang an begleitet hat. Er weiß, sie zeigt Wirkung: „Die meisten sind sehr motiviert, auch wenn es ihnen nicht gefällt, in der Öffentlichkeit dabei gesehen zu werden“, sagt Stoll. Dennoch seien Jugendliche, die bei der Aktion mitgewirkt hätten, bereits auf ihn zugekommen, um zu berichten, dass sie den Absprung aus der Szene geschafft hätten und ihr Leben jetzt in geordneten Bahnen abliefe, so Stoll.

Etwa 700 Anzeigen mit einer Gesamtschadenssumme von mehr als 300 000 Euro registriert die Polizeiinspektion Rostock jährlich, heißt es aus dem Rathaus. Fußball bezogene oder politisch motivierte Motive seien dabei unberücksichtigt. 2016 musste die Stadt laut Kulturamtsleiterin Michaela Selling 39 000 Euro nur für das Entfernen von Graffiti an Kunstwerken investieren.

Ins Leben gerufen hatte der Kommunale Präventionsrat das Anti-Graffiti-Projekt vor vier Jahren. Um das Stadtbild sauber zu halten, das Sicherheitsgefühl der Einwohner zu stärken und straffällig gewordenen Heranwachsenden eine Chance auf Wiedergutmachung zu ermöglichen, heißt es aus dem Rathaus. Unterstützung bekommt die Stadt von der Rostocker und der Bundespolizei, von Staatsanwaltschaft und Amtsgericht sowie dem Verschönerungsverein. „Ziel ist es, irgendwann alle ungewollten Graffiti der Stadt beseitigt zu haben. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg“, sagt der mit der Aktion betraute Bundespolizist.

 

 

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