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Dauerstreit : Schmarler Landgang: Neuer Anlauf

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sanierung des Wäldchens und seiner Terrakotta-Figurengruppe steht weiter aus. Hansestadt hofft nach Besitzerwechsel auf Einigung. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 23.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Der alles blockierende Spielhallen-Betreiber ist im vergangenen Jahr ausgezogen, dafür gibt es nun einen neuen Eigentümer der ehemaligen Schülerspeisung – und das wirbelt die seit Jahren fertigen Sanierungspläne für den Schmarler Landgang erneut durcheinander. Die zuständige Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS) und Finanzsenator Chris Müller (SPD) wollen Ende Mai Gespräche über einen möglichen Kauf mit dem neuen Besitzer beziehungsweise dessen Verwalter aus Dresden führen.

Mit dem alten privaten Eigentümer hatte sich die Stadt eigentlich längst auf eine Übernahme geeinigt, erklärt Schmarls Ortsbeiratschef Dietmar Droese (Linke). Sobald sie miet- und lastenfrei sei, wollte Rostock die Ruine für einen symbolischen Euro aufkaufen, abreißen und das gesamte Gelände inklusive Wäldchen sanieren. Doch der letzte Mieter, ein Spielhallen-Betreiber, weigerte sich trotz zahlreicher alternativer RGS-Standortangebote auszuziehen.

„Er hatte einen Luxusvertrag bis 2019, den er immer wieder verlängern konnte“, sagt Droese. Als er schließlich doch nachgab, wurde das Gebäude, in dem früher auch ein Einkaufsmarkt ansässig war, überraschend und entgegen der Absprache im Juni 2016 zwangsversteigert. Deswegen muss auch der Schmarler Wolfgang Schmidt weiter auf die Sanierung warten. Er setzt sich bereits seit vielen Jahren für die Umgestaltung ein. „2007 hörte ich von Kindern, dass sie Angst haben, durch das Wäldchen zu gehen“, sagt er. Daraufhin startete er gemeinsam mit der RGS, dem Landschaftsarchitekturbüro Lämmel und der benachbarten Grund- und Krusensternschule einen Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Geländes. 43 Kinder und Jugendliche legten anschließend ihre Entwürfe vor – umgesetzt werden konnte davon bislang nichts. Die älteren Schüler befürchteten das schon damals, erzählt Schmidt. „Sie haben gesagt: ,Wir kurbeln was an und dann passiert doch nichts‘ – das liegt mir wirklich auf dem Herzen.“

Sollten sich Stadt und neuer Eigentümer nicht einigen, könnte auch nur das städtische Wäldchen mit der Terrakotta-Figurengruppe „Heimkehr des Seemanns“ von Bildhauer Reinhard Dietrich saniert werden. Die 545 000 Euro Städtebaufördermittel von 2008 stünden nach wie vor bereit, heißt es von der RGS. 2019 würden sie allerdings verfallen. „Die Aufwertung der Fläche ist nach wie vor erklärtes Ziel der Hansestadt“, sagt RGS-Sprecherin Anja Brandenburg. Nach Aussagen des Grünamts im Ortsbeirat soll es möglichst dieses Jahr, spätestens aber 2018 losgehen.

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