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Kultur : Rostocks Museen auf Besucherjagd

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

2016 schauen sich rund 182 000 Gäste die Ausstellungen in der Hansestadt an. Stadt plant Eintrittsgeld #wirkoennenrichtig

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erstellt am 25.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Modefotos, Malerei, Medizintechnik – mit abwechslungsreichen Dauer- und Sonderausstellungen haben Rostocks Museen vergangenes Jahr rund 182 000 Besucher angelockt. Spitzenreiter ist die Kunsthalle mit knapp 60 000 Gästen. Die Gesamtbilanz der Museen blieb zwar um ein paar Tausend Besucher hinter der von 2015 zurück, „solche Schwankungen sind bei Häusern unserer Größenordnung aber normal“, sagt Steffen Stuth, Leiter des Kulturhistorischen Museums.

Es sind gerade die Sonderschauen, die viele Interessenten anlocken. Weil das so ist, plant die Hansestadt nun die Überarbeitung der Entgeltverordnung: „Unter anderem wegen einer Tarifangleichung und der Anpassung der Gebühren für Sonderleistungen wie Kopien oder Führungen“, erklärt Kulturamtsleiterin Michaela Selling. Angedacht sei, künftig bei finanziell aufwändigen Sonderausstellungen Eintritt zu erheben. Davon betroffen ist vor allem das Kulturhistorische Museum, in dem das bisher noch nicht der Fall ist. „Aber wir reden von einem moderaten und eher symbolischen Eintritt, maximal vier Euro“, so Selling. Die endgültige Entscheidung darüber liegt bei der Bürgerschaft. Grüne, Linke und SPD haben bereits angekündigt, die Entgeltfreiheit unbedingt erhalten zu wollen.

Um die Besucherzahlen weiter zu halten oder zu steigern, bedarf es mehr als nur spannender Objekte: „Genauso wichtig ist deren Inszenierung“, so Selling. Als „Sechser im Lotto“ bezeichnet sie deshalb die 90-prozentige Bundesförderung für das Schaudepot der Kunsthalle. Am 13. Mai wird der Grundstein gelegt, die Fertigstellung ist für 2018 geplant. Ziel sei es, dort auch den 650 Einzelstücke umfassenden Böhmer-Nachlass zu zeigen. „Es ist auch im Interesse der Stadt, noch ein zweites Modul zu bekommen, um dort eine dauerhafte Uecker-Schau präsentieren zu können“, so Selling. Damit hätten Kunstinteressierte auch Anlaufstellen, wenn 2019 die Innensanierung der Kunsthalle beginnt.

Investitionen sind auch im Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum nötig. Dort wurde 2016 mit 38 000 Besuchern das zweitbeste Ergebnis der 20-jährigen Geschichte erzielt. Geht es nach Leiterin Kathrin Möller, „ist da aber noch Luft nach oben“. Sie will „das Schiff für Besucher erlebbar machen“. Im Warnemünder Heimatmuseum läuft unterdessen die Suche nach einer neuen Leitung. Ziel ist es laut Selling, bis Ende Februar die Stelle zu besetzen.

Ausblick: Das kommt 2017

• Kulturhistorisches Museum: Vorstadt der Bürger – zwischen Steintor und Bahnhof in Rostock;  Das Netz des neuen Glaubens – Rostock, Mecklenburg und die Reformation im Ostseeraum; Christian Rohlfs – Fall der Fälle; Von Ata bis Zentralkomitee – DDR-Alltag in Objekten

• Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum: Rostock maritim – Rückblick, Einblick, Ausblick; Afrika-Seereisen mit der Kamera; Willst Du mit mir segeln gehen; Erinnerungen aus der Zeit des Kalten Krieges im Ostseeraum; Murmiland II 

• Kunsthalle: Artige Kunst – Kunst und Politik im Nationalsozialismus; Wolfgang Mattheuer – Bilder als Botschaft; Markus Matthias Krüger – Hortus; Portfolio Berlin 03; Künstlergruppe Marfa • Societät: Skulpturen der Natur – Ich fand im Sand im Ostseestrand; Die ernsthafte Suche nach dem Heiteren

 

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