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Neujahrsempfang : Rostocks Hafen stellt sich für Zukunft auf

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Zweitbestes Umschlagsergebnis in fast 60-jähriger Geschichte. Zeitplan für die Seekanalvertiefung. Großinvestitionen für Erneuerung der Kaikanten. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 13.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Der Rostocker Überseehafen als umschlagsstärkster deutscher Ostseehafen ist 2016 „um sieben Prozent, auf etwa 27 Millionen Tonnen umgeschlagene Güter gewachsen“, so Hafen-Geschäftsführer Gernot Tesch. Diesen Erfolgskurs feierte das Geschäftsführer-Duo aus Tesch und Jens Scharner gestern beim Neujahrsempfang mit 200 Gästen und will ihn vor allem halten.

Eines der wichtigsten strategischen Projekte, sagte Scharner, sei die Seekanalvertiefung. Diese sei bereits mit „ausreichend hoher Priorität“ im Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Bis 2019 soll die Finanzierung geklärt werden, Anfang der 2020er-Jahre werde das Vorhaben fertig. Sie wollen Schiffe mit 80 000 bis 120 000 Tonnen beladen können, sagte Tesch. Bisher ist bei 80 000 Schluss. Der Kanal soll dafür von 14,5 auf 16,5 Meter vertieft werden. Damit könnte in der Bilanz 20 bis 25 Prozent mehr geladen werden. „Wir hätten dann eine ähnliche Wettbewerbssituation wie Danzig.“ Nicht zuletzt könnten damit auch neue Märkte für den Getreideumschlag wie in Tschechien, Brandenburg oder Sachsen erschlossen werden. Mit dem Mehraufkommen würden sich der Transport und die Bahnverbindungen lohnen. Eines der Ziele sei auch, den Verkehr stärker über die Bahn zu organisieren, „weg von den Lkw“, sagte Scharner.

110 Millionen Euro werde die Vertiefung kosten. Dazu, so Tesch, kämen die Investitionen im Hafen selbst, die Ertüchtigung der Kaikanten. Eine große Nachfrage gebe es im Hauptumschlagsbereich – Getreide –, aber auch beim Flüssiggut. Wichtiges Thema bleibt auch 2017: Wachstum. „Wir müssen über die bestehenden Hafenflächen hinausgehen“, sagte Tesch. Vorbehaltsgebiete gebe es südlich und östlich des Hafens. Es sei ihre Verantwortung, für die nächsten Generationen aufzurüsten. In den 50er/60er-Jahren sei gut vorbereitet worden, jetzt sei es an ihnen, für die nächsten 50 Jahre Vorkehrungen zu treffen.

Für Investitionen in Flächen und Gebäude planen die Geschäftsführer dieses Jahr rund 7,7 Millionen Euro, für die Erneuerung von Kaianlagen etwa 22 Millionen Euro. Im Ölhafen will Rostock Port rund vier Millionen Euro investieren, um den östlichen Querkai und die Steganlage an den Liegeplätzen 3 und 4 zu erneuern.

Lobende Worte für die Arbeit der Geschäftsführer fand beim Neujahrsempfang die Staatssekretärin im Infrasturkturministerium, Ina-Maria Ulbrich: „Das ist eine sehr positive Entwicklung, die nicht nur für die Region Rostock, sondern für das gesamte Land wichtig ist.“

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) blickte in seiner Rede vor allem in die Zukunft, er wünschte sich, dass sich zu den aktuell drei Kreuzfahrtreedern in Rostock weitere ansiedeln. Schließlich konzentriere sich der Kreuzschifffahrtsverkehr immer stärker im Ostseeraum.

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