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Einigung im Kita-Streik : Rostocks Erzieher erzielen Teilerfolg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Deutsches Rotes Kreuz und Hansestadt lassen sich auf Tarifverhandlungen ein. Betreuungseinrichtungen wieder geöffnet. Eltern drohen Mehrkosten #wirkoennenrichtig

Knapp 420 Erzieher aus zehn Rostocker Kindertagesstätten und Jugendklubs des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind am Dienstag in den Warnstreik getreten, um ihrer Forderung nach einem ordentlichen Tarifvertrag Nachdruck zu verleihen. Mit Erfolg: Die Geschäftsführung des DRK hat zugesagt, die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) MV erneut aufzunehmen, so Sprecherin Michaela Skott. Die Gespräche sollen am 16. März weitergehen.

Den eigentlich für zwei Tage geplanten Warnstreik setzen die Rostocker Erzieher deshalb heute nicht weiter fort. Die betroffenen Kitas, Horte und Hilfeeinrichtungen des DRK sind entsprechend wieder geöffnet. „Wir freuen uns, dass die GEW unserem Vorschlag gefolgt ist, auf weitere Streiks zu verzichten und den regulären Betrieb zu gewährleisten“, sagt Geschäftsführer Jürgen Richter. Das DRK habe der Aufnahme von Tarifverhandlungen unter Einbeziehung des Amts für Jugend, Soziales und Asyl zugestimmt. Dabei hatte die Stadtverwaltung sich im Vorfeld bedeckt gehalten: „Die Hansestadt Rostock ist keine Tarifpartei in dieser Auseinandersetzung, die zwischen GEW und DRK geführt wird“, so Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Nach einer Erhöhung der Platzkosten um sechs Prozent im Jahr 2016 habe das DRK nun vor Abschluss eines Tarifvertrages eine Steigerung der Entgelte um weitere acht Prozent beantragt.

Auslöser des Streiks waren im Vorfeld gescheiterte Verhandlungen: „Angestellte verdienen in vergleichbaren kommunalen Einrichtungen bis zu 900 Euro mehr. Das ist nicht gerecht“, sagt GEW-Verhandlungsführer Daniel Taprogge. Natürlich sei eine totale Angleichung nicht von heute auf morgen umsetzbar, sondern müsse stufenweise vonstattengehen, so Taprogge. Das DRK werde noch in dieser Woche einen unterschriftsreifen Tarifvertrag vorgelegt bekommen. „Ich gehe davon aus, dass dann der Abschluss geschafft wird“, so der GEW-Vertreter.

Das große Engagement der Belegschaft habe gezeigt, dass die Kollegen bereit sind, für ihre Sache einzutreten, so Taprogge. Er wolle sich auch für das Verständnis der Eltern bedanken, da im Zuge des Streiks die Betreuung von etwa 2000 betroffenen Kindern nur durch die Unterbringung in Hort-Notgruppen gewährleistet werden konnte. „Letztlich geht die dauerhafte Unterbezahlung der Erzieher aber viel mehr zu Lasten der Kinder als ein oder zwei Tage Ausstand. Auf lange Sicht wird sich die Bildung und Erziehung der Kinder verbessern“, sagt Taprogge.

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