zur Navigation springen

IHK-Regionalkonferenz : Rostocker Platznot hemmt Wachstum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansestadt und Landkreis diskutieren über mögliche Zusammenarbeit #wirkoennenrichtig

Die Hansestadt Rostock wächst und will als namhafte Regiopole weiterhin einen wirtschaftlichen Aufstiegskurs fahren. Dass der nur verwirklicht werden kann, wenn genügend Wohnraum und Arbeitsplätze für die bis 2035 prognostizierten 231 000 Einwohner bereitstehen, ist gestern auf der Regionalkonferenz der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock deutlich geworden. „Die äußerst prekäre Wohnraumsituation der Hansestadt darf kein Hemmnis für das Wirtschaftswachstum der Region sein“, sagt Landrat Sebastian Constien. So könne durch einen Mangel an Wohnraum auch die Gewerbestruktur nicht wachsen.

Um ihr Wohnraumproblem zu lösen, müsse die Hansestadt mit dem Landkreis zusammenwirken – fair und auf Augenhöhe – und entsprechende Befindlichkeiten hinten anstellen, so Landrat Constien. Hintergrund ist ein schwelender Streit um mögliche Ausgleichszahlungen für die Inanspruchnahme kultureller und sportlicher Leistungen der Umlandbewohner an die Hansestadt.

Tatsächlich stehen in Rostock nur knapp ein Prozent aller Wohnungen leer – ein gesunder Wert liege um die drei bis vier Prozent, erklärt Ordnungssenator Chris Müller (SPD) auf der Regionalkonferenz. Darüber hinaus gebe es in der Hansestadt nur knapp elf Prozent Einfamilienhäuser, normal seien 15 bis 16 Prozent. „Dadurch gibt es natürlich zahlreiche Wegzüge in den Landkreis – und für uns noch Nachholbedarf“, sagt der Senator. An ihrer strategischen Ausrichtung arbeite die Hansestadt aber längst durch die Fortschreibung des mehr als zehn Jahre alten Flächennutzungsplans. Der soll sowohl potenzielle Flächen für Wohnraum als auch für Gewerbe ausweisen. „Es ist ein Luxusproblem, dass wir mehr Flächen brauchen, aber ich möchte auch keine andere Entwicklung für unsere Stadt“, sagt Müller.

Um Rostock als regionales Zentrum weiter zu stärken, muss die Stadt laut Schätzungen der IHK bis 2035 etwa 122 Hektar zusätzliche Gewerbefläche bereitstellen, macht Hauptgeschäftsführer Jens Rademacher deutlich. „Das bedeutet pro Jahr um die 6,1 Hektar – eine Fläche so groß wie die Holzhalbinsel“, so der IHK-Chef. Besonders wichtig seien Gewerbeflächen in Hafennähe – für Logistikunternehmen und das maritime Gewerbe.

Der Wirtschaft sei es dabei fast egal, wo der Wohnraum für die potenziellen Mitarbeiter der sich ansiedelnden oder erweiternden Unternehmen geschaffen werde – ob in der Hansestadt oder dem Landkreis. Denn letztlich führe ein Wohnraumproblem auch zu einem Fachkräfteproblem, weshalb eine frühzeitige Flächenvorsorge für die Wirtschaft der Region dringend notwendig sei, so Jens Rademacher.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen