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Wildschweine : Rostocker Pilotprojekt endet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ergebnis: Ohne Jäger läuft die Eindämmung der Tiere in der Hansestadt ins Leere #wirkoennenrichtig

Mit bis zu zehn Frischlingen pro Wurf verfügen Wildschweine über die höchste Fortpflanzungsrate aller in Rostock beheimateten Huftiere – und drohen deswegen zur Plage zu werden. Abhilfe kann vor allem ihre Bejagung schaffen. Das ist das Ergebnis des Forschungsprogramms, das Biologe Hinrich Zoller vom Institut für Zoologie und Stadtforstamtsleiter Jörg Harmuth 2012 gemeinsam aufgelegt haben. In diesem Monat läuft das Abwehrprogramm gegen die Schwarzkittel-Eroberungszüge in der Stadt aus.

Gejagt wird trotzdem weiter, aktuell in Gehlsdorf, Dierkow und Toitenwinkel sowie im Ölhafen. „Eine aufwendige Aktion“, sagt Zoller. „Die Tiere müssen aus Sicherheitsgründen gefangen und können erst dann erlegt werden.“ Allerdings sind die Schweine hoch intelligent. „Die kriegen genau mit, wo es knallt, wissen, wo dann der Jäger bei Mondschein sitzt“, sagt Zoller. In hellen Nächten kämen die Schweine deswegen oft gar nicht mehr aus dem Dickicht hervor. Und die Routen der Tiere, die von den Forschern per GPS-Signal an gefangenen Schweinen nachvollzogen werden konnten, deuten darauf hin, dass ältere Tiere ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben.

Deswegen hilft nur die Jagd. So wie in Markgrafenheide und Hohe Düne, wo die Schwarzkittel zu Beginn des Forschungsprojekts große Schäden anrichteten. Laut Zoller betrugen diese allein auf den Flächen des Grünamtes 100 000 Euro in einem einzigen Jahr. In Markgrafenheide und Hohe Düne wurden bis Ende 2013 insgesamt 79 Tiere erlegt, seitdem herrscht dort weitgehend Ruhe. Um den Erfolg dauerhaft aufrecht zu erhalten, setzt Forstamtsleiter Harmuth auf „die gute Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat und letztlich mit den Einwohnern“. Hilfreich sei, die Tiere nicht zu füttern und Grundstücke einzuzäunen.



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