Shell Eco-Marathon : Rostocker Meister im Spritsparen

v.l. hinten: Tillmann März, Johann Kolb, Alexander Hoth, Erik Zitterbart, Pascal Laue (kniend rechts) Tobias Borowitz, Fahrerin: Hannah Kringel (22)
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v.l. hinten: Tillmann März, Johann Kolb, Alexander Hoth, Erik Zitterbart, Pascal Laue (kniend rechts) Tobias Borowitz, Fahrerin: Hannah Kringel (22)

Mit nur einem Liter Benzin will das Studenten-Team Hanseatic Efficiency in London die 1000-Kilometer-Marke knacken #wirkoennenrichtig

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18. Mai 2017, 11:45 Uhr

Auf den ersten Blick sieht es wenig spektakulär aus, wenn Hannah Kringel mit dem Shark ByonX 3.5 ihre Runden auf dem Hof der Fakultät für Maschinenbau dreht. Doch das täuscht. Denn der Prototyp ist ein echtes Wunderwerk, mit dessen nächster Generation Kringels Team Hanseatic Efficiency vom 25. bis 28. Mai beim Shell Eco-Marathon in London antritt. Im vergangenen Jahr legten sie dort mit nur einem Liter Benzin umgerechnet 750 Kilometer zurück und katapultierten sich damit als bestes deutsches Team auf Platz 8 von mehr als 60 in ihrer Kategorie.

In diesem Jahr wollen sie mit der nächsten Generation, dem Larus, sogar die 1000-Kilometer-Marke knacken. „Dafür haben wir das Potenzial“, ist Teamchef Tillmann März überzeugt. Sein Hauptziel sei es aber vor allem, wieder beste deutsche Mannschaft zu werden, erklärt der 19-Jährige. Dafür basteln die 16 Mitglieder derzeit fleißig am neuen Fahrzeug. Alle seien mit Herzblut dabei, um es rechtzeitig fertig zu bekommen. „Teilweise sitzen sie bis 5 Uhr morgens unten im Keller“, lobt Fahrerin Kringel. Bis auf den Motor sei alles selbst konstruiert und selbst den wollen die Schrauber künftig komplett selbst entwickeln. Verbesserungen bei der Drehzahl, am Hubraum oder der Verdichtung nehmen sie schon jetzt laufend vor.

Sichtbarster Unterschied beim Larus sind die Räder – die Hauptachse ist nun hinten und alle drei werden von der tropfenförmigen Glasfaserhülle mit besonders stabilem Aramidwabenkern umschlossen. Das soll Verwirbelungen entgegenwirken. „Wir denken, dass das ein paar Prozent bringt“, erklärt März unter Verweis auf das Strömungsbild. „Gut zu sehen ist das auf nasser Straße beim Lkw, was da an die Seite gewirbelt wird“, sagt er. Beim Wettbewerb in London seien die Kleinigkeiten entscheidend. Die Hightechhülle wurde als Sonderanfertigung für das Team im Fraunhofer-Institut gefräst und gerade erst lackiert.

Der bisherige Rekord in der Benzin-Kategorie wurde 2014 vom französischen Team Microjoule-La Joliverie aufgestellt. Das schaffte damals 3314,9 Kilometer mit nur einem Liter Kraftstoff, arbeitet seit Jahren eng mit dem Flugzeughersteller Airbus zusammen. Allerdings liege das Budget der Franzosen auch mindestens im sechsstelligen Bereich, erklärt März. Bei diesen Summen können die Rostocker nicht mithalten, räumt er ein. Perspektivisch wollen die Studenten aber ohnehin auf die Kategorie Elektromotor umsteigen. „Das ist die Zukunft“, sagt der Teamchef.

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