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Campus : Rostocker baut am Zukunfts-Aufzug

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Uni Rostock und Schindler Konzern stellen Weltneuheit auf Hannover Messe vor: Fahrstuhltüren dienen künftig als Informationsflächen #wirkoennenrichtig

Im Aufzug den aktuellen Wetterbericht lesen, News zu Veranstaltungen, Dienstleistungen und Serviceangeboten erhalten – das soll bald möglich sein. An der Aufzugstür der Zukunft werden künftig Bilder, Videos, aber auch Nachrichten mit individuellen und aktuellen Inhalten zu lesen sein, die dort speziell platziert werden können. Daran arbeiten ein Autobauer aus dem Süden (BMW), ein internationaler Konzern für Aufzüge und Fahrtreppen (Schindler) und die Universität Rostock.

Auf der weltgrößten Indus-triemesse, die gestern in Hannover begann, stellt der 1874 in der Schweiz gegründete und weltweit agierende Schindler Konzern seine neue Digitale Plattform Ahead vor, über die Kunden, Fahrgäste, Anlagen und Servicemitarbeiter vernetzt werden. Unter dem Slogan: „ … raus aus dem Schacht denken…“ werden somit ganz neue Produkte entwickelt. Eines dieser Produkte ist die Doorshow. Dabei werden die Aufzugstüren als Informations-und Werbeflächen nutzbar gemacht.

Um die Aufmerksamkeit der Fahrgäste weiter zu erhöhen und dem Leitgedanken, „schöner Warten“, weitere Anreize zu geben, suchte Schindler nach neuen Funktionalitäten. So kam die Uni Rostock ins Spiel. Im Auftrag von Schindler entwickelte das Forscherteam um Dr. Matthias Wißotzki vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Uni Rostock eine neue Interaktions-Lösung, die es bislang in dieser Form weltweit noch nicht gibt: Brandneue Informationen vor Aufzügen können künftig interaktiv gesteuert und standortspezifisch geliefert werden. Nach einem ersten gemeinsamen Gedankenaustausch im Januar ist nun der Prototyp einer Doorshow mit interaktiver Bedienung fertig für die Hannover Messe.

Visionen haben, Ideen ausbrüten, Innovationen meistern, das ist genau das Ding von Matthias Wißotzki. Der 35-Jährige ist seit seinem 20. Lebensjahr unternehmerisch im E-Business und E-Commerce tätig. Bereits während seines Studiums an der Uni Rostock ist in dem passionierten Golf-Spieler auch die Leidenschaft für das wissenschaftliche Arbeiten entfacht. „Gute Ideen haben und die bis zur Reife entwickeln, das ist das Schöne an der Wirtschaftsinformatik“, sagt Wißotzki.

Gemeinsam mit Professor Kurt Sandkuhl und einem Team aus ehemaligen und jetzigen Studenten sowie einem international tätigen Designer wurde in geheimer Mission die letzten Wochen rund um die Uhr an dem Projekt gewirkt. Um die Idee anfassbar zu machen, baute Wißotzki zuerst im Keller aus Holz eine originalgetreue Aufzugstür. So wollte er das Nutzererlebnis mit Bild und Ton zunächst kritisch nachvollziehen. Schritt Nummer 2: Die Doorshow interaktiv machen. Dazu wurden verschiedene Sensoren getestet und integriert, die die Steuerung über Gesten und Bewegungen erlauben. Darauf abgestimmt, entwickelte ein internationaler Designer für die interaktive Aufzugstür eine neue Benutzeroberfläche.

Schritt Nummer 3 ist eine weitere Weltneuheit, die Integration einer Smartwatch, die Ultraschall empfangen und verarbeiten kann und so eine weitere Interaktion mit dem Aufzug ermöglicht. Dadurch kann der Ort einer Person in einem Haus bestimmt und die dargestellten Bilder, Nachrichten und Videos auf die jeweilige Person angepasst werden. Das ist mit gängigen Technologien wie beispielsweise mit GPS nicht immer möglich.

Als erster Werbepartner, der sich vorstellen konnte, seine Produkte auf der weltweit ersten interaktiv bespielten Aufzugstür zu präsentieren, beteiligte sich BMW an dem Projekt und war bereit, seine Modell auf der Hannover Messe interaktiv mittels Doorshow zu bewegen.

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