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Planungsstopp : Rostocker Amt will Bürokratie verhindern

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sieben Jahre nach dem Startschuss für einen B-Plan für das Gebiet Kehrwieder beendet das Stadtplanungsamt das Vorhaben. Mehr Chancen für mehr Wohnungen #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Jahrelang hat das Stadtplanungsamt auf einen Bebauungsplan und damit klare Bau-Vorgaben für das Mischgebiet Kehrwieder hingearbeitet. Das macht 3,6 Hektar zwischen L 22, der Bebauung westlich der Friedrichstraße, dem Patriotischen Weg und der Straße Kehrwieder aus. „Wir sind jetzt aber zu der Erkenntnis gekommen, die Bürgerschaft die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses zum Bebauungsplan beschließen zu lassen“, sagt Amtsleiter Ralph Müller. Das würde nämlich größere Möglichkeiten schaffen, dort Wohnungen einzurichten.

Lediglich eine Fläche im Areal gehört der Stadt, alle anderen Privaten. „Wir hatten intensive Kontakte zu Grundstückseigentümern“, sagt Müller. Einige würden Veränderungen entlang der Straße vollziehen und mehr Wohnungen schaffen wollen. Und durch die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses könnten dort eben leichter Wohnungen gebaut werden, „als das im B-Plan möglich wäre“, sagt Müller – nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches.

Seit Oktober 2011, seit das Planverfahren lief, gab es auch Änderungsanträge und Planungsziele für das Gebiet. Insbesondere die Ausbildung einer Stadtkante zur Warnow hin, die stadtbildprägend sei, war gefordert. Im Areal befinden sich auch Start-ups, wie das Warnow Valley, und Gewerbe auf einem offenen Hof. „Angestrebt wird eine vier- bis fünfgeschossige Bebauung entlang der L 22, die in möglichst geschlossener Bauweise die Flucht der vorhandenen Bebauung (Gebäude AOK und Hotel Ibis) aufnimmt“, hieß eine Vorgabe. Der offene Hof sei aber ohnehin nicht im Eigentum der Stadt, so Müller, der Eigner entscheide also. Die Maßstäblichkeit mit der umliegenden Bebauung müsse auch nach allgemeinem Baurecht eingehalten werden. „Wir haben keine Sorgen, dass das städtebaulich nicht funktioniert“, so Müller. Der Bauausschuss folgte der Empfehlung des Amtes. „Sieben Jahre lang haben wir auf einen Bebauungsplan gewartet, wenn es ohne geht“, warf Vorsitzender Frank Giesen (CDU) ein, sei das positiv und „eine Option, sich wichtigeren B-Plänen zuzuwenden“. Der Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) hat das Thema vertagt, „um uns vom Stadtplanungsamt erklären zu lassen, welche Möglichkeiten es gibt, auch außerhalb eines B-Plans Vorgaben zu machen“, sagt Anette Niemeyer (Aufbruch 09), Vorsitzende des Gremiums. Den Mitgliedern sei wichtig, dass eine Mischung erhalten bleibt, das Kleingewerbe am Warnow Valley, die KTV-typischen Innenhöfe. „Das ist uns noch nicht 100-prozentig sichergestellt, dass das auch nach Paragraf 34 so ist.“

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