Tourismus : Rostock wird zum Tagungs-Mekka

Die ganze Welt soll in die Hansestadt reisen: Vom Rostock Convention Bureau aus will Leiterin Anke Vogelsang die Hansestadt auf dem Tagungs- und Kongressmarkt bekannter machen.
Die ganze Welt soll in die Hansestadt reisen: Vom Rostock Convention Bureau aus will Leiterin Anke Vogelsang die Hansestadt auf dem Tagungs- und Kongressmarkt bekannter machen.

Erstes Jahr des Convention Bureaus trägt Früchte: Netzwerk der Touristiker vor Ort wird enger. Zahlreiche Anfragen von Auswärtigen. #wirkoennenrichtig

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19. Januar 2018, 08:00 Uhr

Kontakte knüpfen, aufmerksam machen, passende Angebote schneidern – Anke Vogelsang brennt für ihren Job und das damit verbundene Vorhaben: Mediziner, Politiker, Wirtschaftsbosse herzulocken und Rostock zur Tagungsstadt Nummer eins zu machen. Seit gut einem Jahr ist sie die Leiterin des Rostock Convention Bureaus. Schon kann die ehemalige Hotelmanagerin auf eine erfolgreiche Bilanz zurückblicken: „Wir haben in 2017 60 qualifizierte Veranstaltungsanfragen erhalten und 90 Prozent davon erfolgreich abgeschlossen“, sagt Vogelsang.

Schon jetzt habe sie Anfragen für Tagungen in 2021 – „die ganz großen Kongresse werden bereits fünf Jahre im Voraus geplant“, weiß die Event-Expertin. Als sie zum ersten September 2016 die Stelle übernommen hat, sei ihre erste Amtshandlung gewesen, im Auftrag des Oberbürgermeisters Zimmer für den Hansetag 2018 zu reservieren.


Touristiker sollen zusammenarbeiten

Um Rostock als Tagungs- und Kongressstadt zu etablieren, ist Vogelsang deutschlandweit auf Messen unterwegs, lädt potenzielle Kunden auf Besichtigungstouren in die Hansestadt ein und setzt auf die Mithilfe der touristischen Leistungsträger vor Ort. Ihr Credo: Nur wenn die hiesigen Hotels, Kongresszentren, Locations, Restaurants und Ausflugsanbieter in einem engen Netzwerk zusammenarbeiten, können sie unter dem Dach des Convention Bureaus gemeinsam für den Standort werben. „Stellen Sie sich vor, Sie sollen eine Messe in München organisieren. Wen würden Sie anrufen“, skizziert Vogelsang die Situation ihrer Kunden. Die Antwort gibt sie selbst: „Jemanden, den Sie in der Stadt kennen und der wiederum jemanden empfiehlt, der Ihnen ein ganzes Paket anbieten kann – das wollen wir als Convention Bureau sein.“ Deshalb sei es wichtig, auch bedeutende Multiplikatoren ins Boot zu holen, die viel mit Auswärtigen zutun haben, wie die Universität, Wirtschaftsvertreter, den Unternehmerverband oder die IHK.

Gegründet wurde das Convention Bureau 2016 auf Anregung der Tourismusdirektion hin, um vor allem die Nebensaison durch das Tagungs- und Kongressgeschäft zu stärken. Tourismusdirektor Matthias Fromm rechnete vor: „Rostock hat die Kapazitäten. Es sind rund 150 Tagungsräume vorhanden und 10 000 Betten, die gefüllt werden könnten.“ Dank eines Bürgerschaftsbeschlusses entstand mit einer Anschubfinanzierung von 300 000 Euro für drei Jahre die Stelle, die ein Plus in Rostocks Kassen bringen soll.


Landkreis will Teil des Netzwerks werden

Um die Strahlkraft von Stadt und Landkreis weiter zu stärken, bekommt das Convention Bureau dank Fördermitteln des Landes jetzt personelle Unterstützung. „Nachdem einige Touristiker aus dem Landkreis mitbekommen haben, was wir machen, wollten sie gern teilnehmen – als Rostocker Projekt mussten wir uns natürlich auf die Stadt konzentrieren“, so Vogelsang. Jetzt soll in Kooperation mit dem Tourismusverband MV eine Schnittstelle entstehen, von der die teilnehmenden Partner profitieren. „Es wird einen Topf geben, in den alle einzahlen. Das Geld wird dann eins zu eins für den Auftritt auf Messen oder Ähnliches genutzt“, erklärt die Convention-Chefin. Sie wolle so an die Landesinitiative „Meet MV“ anknüpfen, die das ganze Bundesland als attraktives Reiseziel sowie Businessregion ausweist und bewirbt.
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