Altenbericht : Rostock will sich Senioren widmen

Zur 2. Seniorenkonferenz stellte Franz Müntefering (SPD), Ex-Vizekanzler und Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, Ergebnisse des 7. Altenberichts vor.
Zur 2. Seniorenkonferenz stellte Franz Müntefering (SPD), Ex-Vizekanzler und Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, Ergebnisse des 7. Altenberichts vor.

Ex-Vizekanzler Franz Müntefering wertet 7. Altenbericht aus. Sozialsenator strebt Lösungen in puncto Pflege und Mobilität an #wirkoennenrichtig

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16. November 2017, 21:00 Uhr

Mobilität, Gesundheitsvorsorge, Vernetzung – über die Themen, die ältere Mitbürger beschäftigen, hat Franz Müntefering (SPD), Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (Bagso) und ehemaliger Vizekanzler, am Donnerstag in der Volkshochschule auf der 2. Rostocker Seniorenkonferenz referiert. Bezogen hat er sich auf die Ergebnisse des 7. Altenberichts der Bundesregierung von 2015.

Laut Müntefering sei Mobilität für Ältere das A und O. „Niemand will in einem schönen Haus am Stadtrand sitzen und von dort nicht wegkommen“, sagt der Bagso-Vorsitzende. Gerade Bewegung und Begegnungen mit Menschen schütze Senioren davor, physisch und psychisch krank zu werden und nicht zu vereinsamen. Darüber hinaus müsse neben einem ausreichenden Versorgungsangebot durch Ärzte und Pflegedienste auch die Begleitung auf dem letzten Weg durch Palliativ- und Hospizdienste gewährleistet werden, so Müntefering.

Dass die Hansestadt selbst kein Mitspracherecht darüber habe, welche und wie viele Ärzte sich niederlassen, unterstrich Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Denkbar sei es aber, ausgestattete Praxen anzubieten, um eine Niederlassung für die Fachärzte attraktiv zu machen. Dies sei jedoch sehr kostenintensiv. Generell verfolge die Stadt den Ansatz, Behandlungen und Pflege „ambulant vor stationär“ umzusetzen. Der Anreiz, Angebote zu schaffen, sei wegen der geringeren Unterstützung durch das Land in der Stadt jedoch nicht so hoch wie in den Gemeinden.

Gegen eine mögliche Vereinsamung gebe es in der Hansestadt eine Vielzahl von Begegnungsangeboten, so Bockhahn. So stelle die Stadt beispielsweise ihre Sportstätten für Senioren zur Verfügung. Allerdings mangele es in einigen Vierteln an Sitzbänken und Cafés – in diesem Bereich müsse die Verwaltung nachbessern. Er unterstrich, dass der öffentliche Personennahverkehr in Rostock bezüglich der Barrierefreiheit vorbildhaft sei, räumte aber ein: „Ob es genügend Anbindungen gibt und diese preiswert genug sind, ist eine andere Frage“, so der Senator.

Laut dem Statistischen Jahrbuch von 2016 leben mehr als 21 500 Senioren zwischen 65 und 75 Jahren in Rostock, weitere 27 000 sind über 75. Das macht ein gutes Viertel der Bevölkerung aus, mehr als ein Drittel ist über 60. Deshalb sei die Arbeit des 2000 gegründeten Seniorenbeirats so wichtig, sagte Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke). „Senioren wollen nicht betreut werden, sondern aktiv sein und mitwirken.“ Zudem solle die Stadt erwägen, eine Stelle für einen Seniorenbeauftragten zu schaffen, um die Interessen der Älteren durchzusetzen.

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