Winterdienst : Rostock sagt Glätte den Kampf an

Der Einsatzleiter für Straßenreinigung und Winterdienst, René Weilandt, testet die Funktionsfähigkeit des Schiebeschildes vom Unimog U400, einem Multifunktionsfahrzeug.
Der Einsatzleiter für Straßenreinigung und Winterdienst, René Weilandt, testet die Funktionsfähigkeit des Schiebeschildes vom Unimog U400, einem Multifunktionsfahrzeug.

Das Team der Stadtentsorgung startet gut ausgerüstet und mit vollen Streusalz-Lagern in die Wintersaison #wirkoennenrichtig

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17. November 2017, 20:45 Uhr

Noch ist der große Wintereinbruch ausgeblieben, aber manchmal fällt der Schnee dann doch im wahrsten Sinne des Wortes aus heiterem Himmel. Auf so eine Situation ist der Winterdienst der Rostocker Stadtentsorgung gut vorbereitet. „Wir rechnen erst mal nicht mit Schneefall oder extremen Minustemperaturen – aber wenn, dann wissen wir rechtzeitig Bescheid und sind vorbreitet“, sagt Steffen Böhme, Sprecher der Rostocker Stadtentsorgung.

Seit dem 1. November und bis zum 31. März ist die Einsatzzentrale des städtischen Winterdienstes startklar und wenn es die Lage erfordert auch 24 Stunden lang besetzt. In etwa 50 Mitarbeiter sind aktuell auf Abruf. Insgesamt 37 Fahrzeuge und Geräte verschiedenster Technik stehen den Fahrern zur Verfügung, mit denen sie Straßen, Rad- und Gehwege von Schnee und Eis befreien. Während die Fahrbahnen mit großem Gerät bearbeitet werden, kommt in kleinen Straßen und Gassen unter anderem der multifunktionale Unimog U400 zum Einsatz. „Der Unimog ist ein kleines Kraftpaket und durch seinen geringen Radstand sehr wendig. Das Schiebeschild kann zusätzlich zum Keilpflug umfunktioniert werden“, erklärt René Weilandt, Einsatzleiter für Straßenreinigung und Winterdienst.

Jedes Jahr müssen zirka 418 Kilometer Straßen und 234 000 Quadratmeter Geh- und Radwege in der Hansestadt geräumt und enteist werden. „Wir haben eine Prioritätenliste, bei der besonders auf Kreuzungen, auf öffentlichen Nahverkehr, Krankenhaus- und Feuerwehrzufahrten geachtet wird“, sagt Böhme. Die Art des Streugutes richtet sich nach der Örtlichkeit und der Straßensituation. Fahrbahnen und Straßen werden mit der FS30-Technologie, einem Gemisch aus Feuchtsalz und einer Solelösung, besprüht. „Es gibt auch eine Solelösung, die nur auf ausgewählten Geh- und Radwegen angewendet wird. Damit kommen wir den Radfahrern entgegen“, so René Weilandt. Auf sonstigen Geh- und Radwegen sowie in Trinkwasserschutzgebieten sind Kies oder Sand vorgeschrieben, um die Umwelt zu schonen.

„Der Winterdienst ist ein Kompromiss auf Verkehrssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz und wir sind gemeinsam mit der Stadt auf der Suche nach dem bestmöglichen“, sagt Böhme. Neben den Einsatzkräften und Geräten der Stadtentsorgung können bei extremen Wetterlagen bis zu 38 zusätzliche Kräfte und 16 Fahrzeuge vom Amt für Stadtgrün und Amt für Verkehrsanlagen angefordert werden. „Ich kann mich noch sehr gut an die Ausnahmewinter von 1979 und 2010 erinnern. Es fiel so viel Schnee, dass nichts mehr ging. Gerade 2010 hatten wir alle Hände voll zu tun und kamen nur schwer durch die Schneemassen. Autos waren zugeschneit und der Nahverkehr lag lahm. Mit so einem Winter ist in diesem Jahr nicht zu rechnen“, berichtet René Weilandt.

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