Städte der Erinnerung : Rostock lädt ein zum Friedenssymposium

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Weltweites Netzwerk der „Städte der Erinnerung“ 2018 zu Gast #wirkoennenrichtig

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21. Juni 2017, 12:00 Uhr

Im kommenden Jahr, rechtzeitig zum 800. Stadtgeburtstag, wird Rostock Gastgeber der so genannten „Memory Cities“ sein. Dann werden sich Vertreter dieses weltweiten Netzwerkes in der Hansestadt treffen, um sich beim 3. Symposium der „Städte der Erinnerung“ über Krieg und seine Folgen auszutauschen. „Damit wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Städte für Frieden und Freiheit in der Welt verantwortlich fühlen“, sagt Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos).

Konkret soll behandelt werden, wie sich die Städte nach dem Krieg entwickelt haben, wie Tourismus auf Basis des kulturellen Erbes organisiert und Diplomatie zwischen Städten gefördert werden kann. „Es ist die größte Leistung unserer heutigen Zeit, dass ehemalige Feinde wirkliche Freunde sind. Und unsere Verantwortung besteht darin, dass aus früheren Freunden nie wieder Feinde werden.“

Das Netzwerk geht zurück auf eine Initiative der Rostocker Partnerstadt Dünkirchen. Sie ist im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden und war bis zur Kapitulation von den Deutschen besetzt. Städte, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben – von Kobane über Nagasaki nach Wolgograd –, sind im Netzwerk der „Memory Cities“ vereint. Die gemeinsamen Erinnerungen werden von ihnen als Auftrag empfunden, sich für Frieden einzusetzen. Für Rostock treffe das gleich in doppeltem Sinne zu, erklärt Methling: „Zahlreiche kriegerische Luftangriffe wurden auch mit hier gebauten Heinkel-Bombern ausgeführt.“ Ein Beispiel dafür ist die baskische Stadt Gernika, die bei einem solchen Angriff 1937 zu 80 Prozent zerstört wurde. Auf der anderen Seite, so Methling, ereilte Rostock gerade fünf Jahre später ein ähnliches Schicksal bei den Angriffen der Royal Airforce.

Rostocks OB verweist in diesem Zusammenhang auf die Arbeit der AG Gedenken. So werde nicht nur mit dem Erbe des Zweiten Weltkriegs umgegangen, sondern auch mit den Pogromen von 1992 in Lichtenhagen oder auch dem Mord an Mehmet Turgut durch den NSU. „Mit der Tätigkeit der AG haben wir Beiträge geleistet, die auch überregional große Beachtung fanden und finden.“  

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