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Archäologisches Museum : Rostock feiert Entscheidung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Benachteiligung zu Stralsund, Greifswald und Schwerin wird behoben. Schweriner trauern verlorener Chance nach. Regierung erklärt ihre Entscheidung #wirkoennenrichtig

„Endlich hat das unwürdige Gezerre um den Standort ein Ende“, sagt die kulturpolitische Sprecherin der oppositionellen Linksfraktion im Landtag und Rostocker Fraktionschefin, Eva-Maria Kröger. Der Koalitionsausschuss von SPD und CDU habe mit seiner Entscheidung am Dienstag einen Schlussstrich unter die mehr als 20 Jahre währende Standortsuche für das Archäologische Landesmuseum gezogen.

Rostock sei die richtige Wahl – auch inhaltlich: Die Hansestadt habe schließlich wieder eine Professur für Ur- und Frühgeschichte und damit eine wesentliche Voraussetzung für das Museum, das hatte auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) als Argument angeführt.

Der Lehrstuhlinhaber Prof. Hans-Jörg Karlsen wird auch der Leiter des Museums, das frühestens in zehn Jahren eröffnen wird – vor dem Hintergrund der Finanzierung und Baugenehmigungen. Bereits jetzt arbeitet der Professor mit einem Expertenteam aus Mitarbeitern des Lehrstuhls und der Landesarchäologie an der inhaltlichen Ausrichtung. Ein Schwerpunkt des Museums solle auf dem Thema Ostsee liegen. Das ließe sich in Rostock authentisch verkaufen, so Karlsen. Kröger sieht auch den strukturellen Vorteil in der Entscheidung: das Ende einer Ungleichbehandlung. Städte wie Schwerin mit dem Staatlichen Museum, Greifswald mit dem Vorpommerschen Landesmuseum und Stralsund mit dem Meeresmuseum seien seit Jahren im Vorteil gewesen. Rostock hatte sich intensiv um das Landesmuseum beworben und auch eine attraktive Position ins Spiel gebracht: die Societät in der August-Bebel-Straße 1. Für diese hatte sich auch die Fachfirma Museoconsult, die im Auftrag des Landes neun potenzielle Standorte untersuchte, ausgesprochen. Notwendig werde aber laut Museoconsult ein Erweiterungsbau im Rosengarten zu den rund 1350 Quadratmetern Ausstellungsfläche der Societät für Dauerausstellung, Vortrags- und Tagungs- sowie Räume für die pädagogische Arbeit, Shop und Café.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) nannte die Festlegung auf Rostock eine „gute und kluge Entscheidung“. Die Stadt habe den größten Einzugsbereich und sei eines der touristischen Zentren im Nordosten.

Groß war die Enttäuschung in Schwerin. Rostock habe sich stark für den Standort eingesetzt, sagte die Kultursprecherin der Schweriner CDU-Fraktion Susanne Herweg. „So ein Engagement hätte ich mir auch von unserem Kulturdezernenten und seiner Vorgängerin gewünscht“ – Kritik an Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) und Angelika Gramkow (Linke). „Mir persönlich ist es wichtig, dass die Exponate endlich einen würdigen Ausstellungsrahmen bekommen“, sagt Badenschier. Bisher werden 25 000 registrierte Fundstücke eingelagert, Wanderausstellungen wurden als Notlösung umgesetzt.

20 Millionen Euro sollen ins neue Museum investiert werden. „Gemeinsam werden wir das Museum zu einem Ort der Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus machen“, sagt Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Ihm hatte Ex-Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) Rostock als Standort versprochen.

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erstellt am 12.Apr.2017 | 21:00 Uhr

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