Studenten in Rostock : Rostock bekommt Studinest

Das Studinest soll nach dem Entwurf von Anne Menke Sharam aus Berlin entstehen.
Das Studinest soll nach dem Entwurf von Anne Menke Sharam aus Berlin entstehen.

Neues Studenten-Wohnheim Am Vögenteich ermöglicht gemeinsames Leben und Lernen. Baustart für August anvisiert #wirkoennenrichtig

svz.de von
26. Mai 2017, 06:00 Uhr

Ein neues Domizil für Studenten soll Am Vögenteich/Ecke August-Bebel-Straße entstehen. Auf der Brachfläche unterhalb des 18-Karat-Neubaus wird für mehr als 3,5 Millionen Euro das so genannte Studinest gebaut. 72 Wohnungen mit 25 bis 30 Quadratmetern sollen auf sechs Geschossen mit Tiefgarage erwachsen.

Wichtig ist den Rostocker Bauherrinnen nach eigener Aussage vor allem das inhaltliche Konzept des Gebäudekomplexes, das neben dem reinen Wohnen auch auf das Leben und Lernen in Gemeinschaft abzielt. So sei die innerstädtische Lage in Nähe zum Campus und Erholungsgebieten wie den Wallanlagen und dem Lindenpark nicht nur sehr gefragt bei Studenten. Durch die Ansiedlung würde auch eine Verjüngung des Zentrums gelingen. Die Mieten sollen sich am Markt orientieren.

Für die äußere Erscheinung des Studinests haben die Investorinnen und die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) einen bundesweiten Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Gewinner aus 60 Bewerbern ist der Berliner Architekt Karsten Schubert. Favorit der Bauherrinnen ist jedoch der drittplatzierte Entwurf von Anne Menke Sharam aus Berlin. In der Ausschreibung sei festgelegt gewesen, dass einer der ersten drei mit der Planung beauftragt werde – der Investor könne frei entscheiden, so RGS-Sprecherin Anja Brandenburg. Gefordert waren städtebauliche Vorgaben wie ein öffentlicher Durchgang zu den Wallanlagen mit Verbindung zur ehemaligen Hafenbahn sowie die Konzeption des Gebäudekomplexes als Treffpunkt mit hoher Qualität. Durch die Höherlegung bezüglich der August-Bebel-Straße soll der Innenhof vor Verkehrslärm geschützt als Ort für gemeinsame Aktivitäten einladen.

Für das Projekt haben die Bauherrinnen einige Befreiungen beantragt. So werden in der Tiefgarage nur 20 Pkw-Stellplätze entstehen – laut Satzung wären mehr als 100 gefordert – dafür aber zahlreiche Fahrradflächen eingerichtet. Angestrebt sei auch, etwa vier bis sechs Autos anzubieten, die per Carsharing von den Studenten genutzt werden können. Die Zufahrt wird über die Vögenstraße erfolgen, die eine Stichstraße bleibt.

Im Erdgeschoss des Studinests sollen neben Technik- und Verwaltungs- auch Gemeinschaftsräume entstehen, darüber dann Wohnungen. Der Gestaltungsbeirat hatte das Projekt bereits im März befürwortet, der Bauausschuss gab dem Vorhaben in der vergangenen Woche grünes Licht. Baustart ist noch im August angestrebt, Fertigstellung soll Mitte 2019 sein.

Kommentar von Katrin Zimmer: Spaß nach Vorschrift
Ein Studentenwohnheim, in dem Mieter nicht nur Tür an Tür leben, sondern auch Aktivitäten teilen sollen, klingt doch großartig. Ob dafür aber extra Konzepte geschrieben werden müssen, die den Bewohnern die Freizeit vorschreiben? Meiner Erfahrung nach ergeben sich gemeinsame Unternehmungen mit Mitbewohnern meist von ganz allein. Allerdings müssen dafür auch die notwendigen Räume zur Verfügung stehen. Ich bleibe also gespannt auf die Inhalte dieses Konzepts.
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