Ökostrom : Rostock arbeitet an der Energiewende

Die Einweihung der Fotovoltaikanlage überwacht der Netzmonteur Robert Greschkowitz. Er und die Kollegen haben in zwei Monaten die Solaranlage aufgebaut. Fotos: Katrin Zimmer
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Die Einweihung der Fotovoltaikanlage überwacht der Netzmonteur Robert Greschkowitz. Er und die Kollegen haben in zwei Monaten die Solaranlage aufgebaut. Fotos: Katrin Zimmer

Stadtwerke nehmen Fotovoltaikanlage in Betrieb. Land gibt 5,2 Millionen für Beseitigung von Altlasten. Weitere Ökostrom-Projekte geplant #wirkoennenrichtig

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26. September 2017, 12:00 Uhr

Auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks in der Bleicherstraße haben die Stadtwerke gestern ihre neue 8000 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage in Betrieb genommen. Die 700 000 Euro teure Konstruktion soll jährlich 740 Megawattstunden Strom aus Sonnenenergie gewinnen – etwa so viel, wie 231 Rostocker Haushalte im Schnitt verbrauchen.

„Wir feiern heute den Schlusspunkt eines komplizierten und langwierigen Prozesses“, sagt Stadtwerke-Vorstand Oliver Brünnich, „aber ab sofort produzieren wir hier Ökostrom.“ Das Gelände der 1856 in Betrieb genommenen und 1968 stillgelegten Gasanstalt ging nach der Wende in den Besitz der Stadtwerke über. 2008 erfolgte der Abriss der alten Anlagen und der Plan, das Gelände wieder aufzuwerten, keimte. Doch dazu mussten mit Unterstützung des Landes zunächst die Altlasten beseitigt werden.

„Es ist ein guter Tag für die boomende Stadt Rostock“, unterstrich Umweltminister Till Backhaus (SPD) bei der Eröffnung. Seit fast zehn Jahren habe er das Projekt begleitet, das Land 5,2 Millionen Euro in die Entfernung der Altlasten auf dem Areal nahe der trinkwasserbringenden Warnow gegeben. „Wir haben nicht nur eine Gefahrenlage abgebaut, sondern eine Industriebrache in einen ökologischen Energieversorger umgewandelt“, so Backhaus. Das sei wesentlich vorteilhafter, als hochwertige Agrarflächen für Sonnenenergieanlagen zu nutzen.

Auch Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) lobte das Projekt: „Mit dem Masterplan Klimaschutz und dem Mobilitätsplan Zukunft sind wir auf einem guten Weg, um in Rostock die Energiewende zu schaffen. Die kommunalen Wohnungsunternehmen können mit gutem Beispiel vorangehen.“

Auch künftig wollen die Stadtwerke auf Nachhaltigkeit setzen. „Dies ist nur ein erster Meilenstein auf dem Weg zu immer mehr erneuerbarer Energie“, sagt Vorstand Brünnich. Weitere Projekte seien bereits in Planung, neue Fotovoltaikanlagen denkbar sowie auch Investitionen in Power-to-Heat-Systeme, die überschüssige Windkraftenergie statt in Strom in Wärme umwandeln. Positiver Nebeneffekt: Es würden keine Zusatzkosten für die Kunden entstehen.

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