Rostock : Rosengarten wird zum Wohngebiet

Für eine mögliche Bebauung der Brache am Rosengarten sind vier Flächen für Wohnhäuser und eine weitere für den Anbau des Archäologischen Landesmuseums vorgesehen. Ob der aber überhaupt benötigt wird und ob noch mehr Wohnungsbau statt einer öffentlichen Nutzung das Richtige für die Innenstadt sind, wird heiß diskutiert.  Grafik: RGS
Für eine mögliche Bebauung der Brache am Rosengarten sind vier Flächen für Wohnhäuser und eine weitere für den Anbau des Archäologischen Landesmuseums vorgesehen. Ob der aber überhaupt benötigt wird und ob noch mehr Wohnungsbau statt einer öffentlichen Nutzung das Richtige für die Innenstadt sind, wird heiß diskutiert. Grafik: RGS

Bürgerschaft lehnt Antrag zum Planungsstopp ab und gibt Verwaltung grünes Licht für Bau auf der Brachfläche an der August-Bebel-Straße #wirkoennenrichtig

von
15. Juni 2017, 05:00 Uhr

Das Ringen um die Brachfläche am Rosengarten scheint beendet. Auf ihrer gestrigen Sitzung hat die Bürgerschaft einen Dringlichkeitsantrag des Ortsbeirates Stadtmitte abgewiesen, der den sofortigen Planungsstopp für das Areal gefordert hatte. Damit haben die Bürgervertreter den Wohnungsbau-Plänen von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) grünes Licht gegeben.

Alles andere wäre auch „keine Stadtentwicklung, sondern Stadtbremsung“, hatte Malte Philip (UFR) argumentiert. Die rund 100 Wohnungen sollen Rostocker Wohnungsgenossenschaften bauen dürfen. Anliegen des Beirats war, der Fläche stattdessen einen öffentlichen Nutzen zu geben – möglicherweise als Freizeitgebiet rund um das Archäologische Landesmuseum. Das soll nach bisherigem Stand in die August-Bebel-Straße 1 einziehen und einen Erweiterungsbau auf einer weiteren Fläche im Rosengarten bekommen.

Auch sorgte sich der Beirat, weil der Flächenbedarf für das Museum noch nicht endgültig festgeschrieben sei. Diese Sorge teilten die Grünen. „Wir sind nicht gegen Wohnbebauung, aber das Archäologische Landesmuseum geht vor“, sagte Henning Wüstemann. Das sei eine Scheindebatte, kritisierte Eva-Maria Kröger (Linke). „Der Platz ist da“, das sei mit dem Land bekanntermaßen besprochen. Die Verwaltung hatte zugesichert, ein 2000 Quadratmeter großes Areal für den potenziellen Anbau freizuhalten. „Es geht eigentlich um die Frage, was wir uns auf der Fläche wünschen: Wohnbebauung, öffentliche Bebauung, die Freiflächen zu erhalten oder die Erweiterung des Kulturhistorischen Museums“, sagte Kröger.

Letztere Option hatte Sybille Bachmann (Rostocker Bund/ Aufbruch 09/ Graue) ins Spiel gebracht. Und so ganz vom Tisch muss die Idee auch nicht sein. Es ist noch fraglich, ob dass das Museum wirklich in das Ex-Schifffahrtsmuseum einzieht. Oberbürgermeister Methling sprach davon, dass es eine zweite Frage sei, „ob es nicht sinnvoller im Stadthafen ist“. Und auch Ordnungssenator Chris Müller (SPD) meinte, dass zu klären sei, ob eine andere Lage nicht möglicherweise interessanter wäre, um Besucher anzuziehen. Falls doch ein Bau in den Rosengarten käme, reiche die freie Fläche aber. „Wir vergeben uns keine Möglichkeiten, sondern kommen mit dem Wohnungsbau endlich voran.“

Bereits 2006 war die Brache zum Verkauf ausgeschrieben – als Mischgebiet. Als sich keine Käufer fanden, entschied die Stadt, sie ganz für Wohnen zu nutzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen