Stadtentwicklung Rostock : Rosengarten-Pläne verzögern sich

Geht es nach dem Rostocker Rathaus, soll die Grünfläche Wohnungen weichen.
Geht es nach dem Rostocker Rathaus, soll die Grünfläche Wohnungen weichen.

Bürgerschaft vertagt Entscheidung über Verkauf an Rostocker Wohnungsgenossenschaften. Museumsfläche wird freigehalten. #wirkoennenrichtig

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11. Mai 2017, 21:29 Uhr

Die Stadtverwaltung muss weiter auf eine Verkaufsfreigabe für den Grünstreifen am Rosengarten warten: Statt eine Forderung des Ortsbeirats Stadtmitte zum Verhandlungsstopp direkt abzulehnen, hat die Bürgerschaft den Antrag am Mittwoch vertagt. Die Vertreter des Viertels sollen so Gelegenheit bekommen, ihre Position noch einmal zu überdenken.

Aus Sicht von Finanzsenator Chris Müller (SPD) verzögert diese Entscheidung das Vorhaben völlig unnötig. So sei die Sorge des Ortsbeirats bereits ausgeräumt, nach dem Verkauf keine Flächen mehr für das geplante Landesarchäologische Museum zu haben. Dafür würden in jedem Fall 2000 Quadratmeter reserviert – doppelt so viel, wie gefordert, so Müller. „Der Finanzminister hat uns am Montag bestätigt: ,Das wird unseren Überlegungen gerecht’“, sagt er. Mathias Brodkorb (SPD) hatte bereits in seiner alten Funktion als Kulturminister klare Vorgaben ins Museumskonzept geschrieben. Demnach wird am Rosengarten ein 30 mal 30 Meter großer zweigeschossiger Neubau mit 1000 Quadratmetern Außenfläche benötigt. Das Areal werde unabhängig von der neu entflammten Standortdebatte freigehalten, sichert Müller zu – der Oberbürgermeister hatte einen Neubau im Stadthafen ins Spiel gebracht.

Den Wunsch des Ortsbeirats nach einer zumindest teilweisen öffentlichen Nutzung des Grundstücks hält Müller für nicht umsetzbar. Eine Kita oder Schule beispielsweise lasse die verkehrliche Situation nicht zu. „Offenbar geht da nicht viel anderes als Wohnbebauung“, sagt der Senator. „Wir haben über ein Jahrzehnt versucht, es wie Sauerbier anzubieten“ – auf Messen, durch Ausschreibungen und Anfragen bei Landesregierung, Ministerien, Betrieb für Bau und Liegenschaften MV und Uni. Dennoch habe sich kein Käufer gefunden, der die Vorgaben eines Mischgebietes umsetzen konnte.

Jetzt gebe es zwei Rostocker Wohnungsgenossenschaften, die das Areal gemeinsam mit 150 Wohnungen bebauen wollen. „Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren“, so Müller. Geplant sei, das Grundstück ohne Ausschreibung, aber zum vollen Wert plus einen Aufschlag zu verkaufen. Anschließend sei ein Planungswettbewerb vorgeschrieben. Außerdem sehen die Festlegungen eine Maximalhöhe parallel zur Umgebung, eine durchgehende Tiefgarage mit einer Einfahrt und einer Ausfahrt sowie Schutzstreifen an beiden Enden des Baufeldes vor.

Trotz der Vertagung signalisierte die Bürgerschaft Zustimmung. „Die Stadt der kurzen Wege ist dort möglich“, sagt Henning Wüstemann (Grüne). Generell gelte der Leitspruch: „Innenverdichtung vor Außenentwicklung“.

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