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Forschung in Rostock : Roboter: Mehr als Laufburschen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

An der Universität Rostock tüfteln die Celisca-Forscher am Labor der Zukunft #wirkoennenrichtig

Im Warnemünder Center for Life Science Automation der Uni Rostock (Celisca) fahren Roboter schon heute alleine Fahrstuhl, orientieren sich ohne GPS, erkennen Menschen, weichen ihnen aus und bringen die richtigen Proben an die richtige Stelle. Zu verdanken ist das unter anderem dem Chinesen Hui Liu, der seit Juli 2011 als Spezialist für Robotik, Transportsysteme und Energiemanagement an der Uni tätig ist. Der heute 33-Jährige legte erstmals weltweit ein Gesamtkonzept für den praktischen Einsatz mobiler Roboter in klassischen Laboren der Life Sciences vor – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Labor der Zukunft.

Neben der Entwicklung neuer technologischer Verfahren spielen auch deren gesundheitliche Folgen für die Mitarbeiter eine wichtige Rolle. „Es geht nicht darum, den Menschen im Labor überflüssig zu machen. Wir suchen nach Möglichkeiten, den Laboranten monotone und sich stets wiederholende Tätigkeiten durch Automatisierungsprozesse abzunehmen“, sagt Professorin Kerstin Thurow, Direktorin des Instituts für Automatisierungstechnik. „Unsere Zielsetzung ist die Entwicklung besserer Verfahren und Produkte für die Life Sciences.“

Thurow war 1999 mit nur 29 Jahren die jüngste Professorin Deutschlands, habilitierte als studierte Chemikerin in den Ingenieurwissenschaften und brach eine Lanze für das fachübergreifende Arbeitsprinzip des Forschungszentrums. Ihr Grundsatz lautet „Wissenschaft für die Praxis“. „Das, was bei uns am Institut erforscht wird, muss anwendungsbereit sein“, erklärt Thurow.

Ganz nach ihrem Geschmack ist daher auch die Arbeit von Dr. Heidi Fleischer, die ihre Habilitationsarbeit an der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik verteidigt hat. Die 43-jährige Rostockerin war die Erste, die mit hochkomplexen Sensoren und mit Unterstützung von Robotern die klassische Laborarbeit automatisiert hat. So geht sie den Eigenschaften von Materialien aus Medizin, Umwelt und Biowissenschaften auf den Grund.

Thurow: „Wir sitzen nicht im Elfenbeinturm, suchen im Team nach praktischen Lösungen.“ Zur Mannschaft zählen dabei Elektrotechniker, Maschinenbauer, Informatiker, Biologen und Mediziner. „Die von uns gewählte wissenschaftliche Bandbreite in diesem Forschungsfeld ist weltweit einzigartig“, so Thurow. Davon profitiert der gesamte Hochschulstandort an der Ostsee. Das Center for Life Science Automation bildet einen zentralen Fixpunkt in dem Bemühen der Universität Rostock, sich in der Life Sciences-Forschung international zu profilieren.

Dazu trägt ebenfalls Mohit Kumar bei. Der 38-jährige Inder beschäftigt sich mit neuen Methoden der künstlichen Intelligenz für die Dateninterpretation und maschinelles Lernen sowie Signale der Bildverarbeitung. Sie lassen unter anderem Schlussfolgerungen darüber zu, ob Mitarbeiter unter Stress leiden und ob sie über- oder unterfordert sind.

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